Dieses Konzert ist für den Sperrmüll!
Musik aus Zapfhahn und Auspuff

Die Stadt und das Kulturreferat feiern zehn Jahre Luftmuseum mit einem außergewöhnlichen Konzert. Kulturamtsleiter Thomas Boss, Kulturreferent Wolfgang Dersch, Volontärin Johanna Foitzik, Fachkraft Barbara Cosima Frey, Oberbürgermeister Michael Cerny und Museumsdirektor Willi Koch (von links) stellten das "Recyklang"-Konzert vor. Bild: Stadt Amberg

"Dieses Konzert ist für den Sperrmüll!" In anderen Städten wäre das eine Beleidigung. Nicht aber in Amberg. Da ist es Absicht.

Amberg. Das zehnjährige Bestehen des Luftmuseums ist für das Kulturreferat der Stadt Anlass, die Einrichtung mit einem Konzert der besonderen Art zu feiern. Ähnlich wie Wilhelm Koch aus der Luft ein ganzes Museum zaubern kann, verwandelt Toni Bartls Show "Recyklang" Sperrmüll in Musikinstrumente. Am Freitag, 17. Juni, lädt er um 19.30 Uhr mit seinen Mitstreitern Michi Marchner, Daniel Neuner und Andy Asang in das Stadttheater ein.

Probleme einfach lösen


Oberbürgermeister Michael Cerny, Kulturreferent Wolfgang Dersch, Kulturamtsleiter Thomas Boss, Fachkraft Barbara Cosima Frey, Wilhelm Koch, der Direktor des Luftmuseums, und Volontärin Johanna Foitzik machten schon jetzt neugierig auf das Konzert, das laut einer Pressemitteilung Bezug nimmt auf die beiden Themen, die seit geraumer Zeit die Welt dominieren: Wirtschaftskrise und Umweltschutz. Weil Politik und Wirtschaft die Probleme nicht geregelt bekommen, ist Professor Klingstring (Michael Marchner) aktiv geworden. Es hat ihn dazu veranlasst, anhand seines Tätigkeitsfeldes zu beweisen, dass man beide Probleme durchaus mit einer Klappe schlagen kann.

Der etwas kauzige, aber geniale Professor zeigt in seinem musikwissenschaftlichen Vortrag "Schrott zu Musik", wie sich die Finanzkrise eines Musikers unter Berücksichtigung des Umweltschutzes schnell beseitigen lässt. Zu Demonstrationszwecken bringt er zwei seiner schwierigsten Probanden mit auf die Bühne: den Schlagzeuger Veitl (Daniel Neuner), der nach dem Totalschaden seines Instrumentes endgültig den Platz in seiner Band verloren hat, und den ehemaligen Automechaniker Manni (Andy Asang), der sich nach dem Verlust seines Arbeitsplatzes recht erfolgreich zum erfolglosen Musiker umschulen ließ.

300 Jahre Musikgeschichte


Die Zauberformel zum Glück lautet "Schrott und Fantasie". Und so heißt es nun für die beiden ab auf Schrottplätze und Wertstoffhöfe, um aus den dort gelagerten Produkten günstige Klangobjekte zu entwickeln. Unter der sachkundigen Leitung des Professors entstehen Recycling-Musikinstrumente, die neben beeindruckender Optik auch erstaunliche Klangeigenschaften ihr Eigen nennen.

Der Vortrag mutiert laut Presse-Info so zu einem aberwitzigen Bühnenspektakel, bei dem rund 50 Eigenbau-Instrumente vom Auspuff bis zum Zapfhahn die Bühne überschwemmen und ein grandioses Recyclingkonzert geben. Dabei stehen prominente Songs und Stücke aus 300 Jahren Musikgeschichte plötzlich in ganz neuem Aroma da.

"Das Geniale an diesem Billigheimer-Instrumentarium ist, dass es nicht nur irgendwie und einigermaßen, sondern über weite Strecken geradezu virtuos zum Leben erweckt wird" und "Alles in allem ein riesiger Spaß für das Publikum" urteilte die Süddeutsche Zeitung zur Konzertpremiere beim Tollwood-Festival in München. Für die Idee, Produktion und Regie des Konzerts zeichnet Toni Bartl verantwortlich, der dem Luftmuseum mit seiner Feuerorgel und der Korkenziehermonika zudem zwei seiner Kunstwerke überlassen hat.

Ab morgen Karten


Der Jubiläumseintrittspreis beträgt passend zum Jahrestag des Luftmuseums zehn Euro. Tickets für das Konzert sind ab morgen in der Tourist-Information am Hallplatz (102 33, tourismus@amberg.de) erhältlich. Weitere Informationen unter www.stadttheater-amberg.de.
Weitere Beiträge zu den Themen: Luftmuseum (31)Stadttheater Amberg (61)
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