Doppelkonzert mit Keks-Singers und Stairway to Heaven
Wozu die Liebe fähig ist

Die Keks-Singers kommen aus Regensburg. Der gemeinsame Auftritt mit Stairway to Heaven kam zustande, weil ein Ensemblemitglied in beiden Chören aktiv ist. Bild: Hartl

Ammersricht. Die Pfarrkirche St. Konrad war gut besucht, und das gemeinsame Konzert der Keks-Singers aus Regensburg und des heimischen Chors Stairway to Heaven versprach unter dem Motto "... and hope will rise" hohen Hörgenuss.

Mit "Caravan of Love" eröffneten die Keks-Singers das Konzert. Das appellative "Stand up" im Text, der christliche Motive aufgreift, war eine Aufmunterung ans Publikum zum Aufbruch in eine bessere Welt in Freiheit und Frieden. Ob eine Pop-Ballade wie "Can't help falling in love", bekannt geworden durch Elvis Presley, oder "For the longest time", ein Popsong im Doo-Wop-Stil: Das Sextett aus Regensburg beherrscht die musikalische Vielfalt von Spirituals, Gospels, Popsongs bis zur Klassik.

Billy Joel und Joel Little


Der A-cappella-Gesang besticht durch klare Stimmen, die Mal weich, dann wieder prägnant und belebend ausgezeichnet harmonieren. Die Flexibilität im Gesang der Gruppe, die erst seit 2015 besteht, zeigt sich auch bei dem "Bata Yetu" mit dem Vaterunser in Swahilli und der "Waldesnacht" von Johannes Brahms. Dieses klassische Lied und auch das moderne "And so it goes" von Billy Joel bringen die Zuhörer fast zum Träumen. Ganz anders dagegen tritt die Gruppe mit dem Song "Royals" von Joel Little auf. Angelehnt an Hip-Hop bekommt jede Stimme einen Soloauftritt, während der Rest zurückhaltend den Background gibt bzw. mit Fingerschnippen und Bass die instrumentale Begleitung macht.

Doch auch Stairway to Heaven steht dem nichts nach. Mit dem Popsong "Budapest" lässt der Chor das Publikum spüren, wozu die Liebe fähig ist. Noch mehr bringt das Leonhard Cohens "Hallelujah" mit den alttestamentlichen Verweisen auf König David zum Ausdruck. Gekonnt, kräftig und trotzdem harmonisch wird das bekannte Lied interpretiert.

Seit 1994 zusammen


Julia Strasser und Regina Schmidt leiten das Ensemble, das seit 1994 besteht, und legen das Hauptaugenmerk auf das ausdrucksvolle Zusammenwirken beim A-cappella-Gesang. Im Wechsel zwischen modernen Songs und Gospels wie "Walking down that glory road" von Mark Hayes lässt der Chor spüren, dass Spirituals vielleicht seine erste Liebe waren, aber inzwischen Hits der Rock- und Popmusik sowie der Klassik längst zum Programm gehören. Das zeigt sich bestens bei "Slow me down, Lord". Der Chor lässt dabei die Zuhörer von den Anstrengungen des Tages runterkommen.

Die Zuhörer waren vom Wechselspiel der Chöre, der hohen musikalischen Qualität der Ensemblemitglieder und dem abwechslungsreichen Programm begeistert und sparten nicht mit Applaus. Selbstverständlich kamen die Gruppen um eine gemeinsame Zugabe nicht herum. Wiederholung erwünscht.
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