Dreikönigssingen in der Bergkirche
Weiter Weg zum Gottessohn

Das Trio der Birgländer Sängerinnen erfreute mit ausdrucksstarken und klaren Frauenstimmen. Bilder: ads (2)
 
Mit festlichen Klängen trug das Musikeroktett der Ensdorfer Bläser zum Dreikönigssingen bei.

Das Dreikönigssingen in der Bergkirche erfreut sich einer ungebrochenen Beliebtheit. Gruppen aus der Region begeisterten erneut mit ansprechenden Beiträgen das Publikum.

Kreisheimatpfleger Hermann Frieser, der die Veranstaltung organisiert, freute sich über das Mitwirken von regionalen Sänger- und Musikerensembles, die die musikalisch-religiöse Andacht mit einem anspruchsvollen Programm gestalteten. Mit festlichen Klängen eröffnete das Musikeroktett der Ensdorfer Bläser das Dreikönigssingen. Die Franziskanerpatres als Hausherren hießen die Besucher zur Andacht anlässlich des Festes "Epiphanie - Erscheinung des Herrn" willkommen. Sie luden die Zuhörer ein, sich gemeinsam mit den Heiligen Drei Königen auf den weiten Weg zu Jesus zu machen, um mit ihnen den zu preisen, der zum Heil der Menschen einer von ihnen geworden sei. Die Birgländer Stubenmusi trug stimmungsvolle, bodenständige Weisen vor. Die Birgländer Sängerinnen sangen mit ausdrucksstarken und klaren Frauenstimmen.

Spontan zugesagt


Spontan sagten die Hahnbacher Sänger zu, beim Dreikönigssingen mitzuwirken, nachdem die Lintacher Sänger wegen eines Krankheitsfalls ausgefallen waren. Mit einfühlsamen Stimmen und mit Leidenschaft trugen die Hahnbacher heimatliches Liedgut vor. Organisator Hermann Frieser widmete sich dem Stern von Bethlehem. Nachdem er die Frage geklärt hatte, dass es sich wissenschaftlich nicht um einen Kometen als fallenden Stern und somit Unheilsboten oder eine Sternenexplosion (Supernova) handeln konnte, ging er auf die Theorie des deutschen Astronomen Johannes Kepler ein.

Dieser deutete den Stern von Bethlehem als sehr seltene dreifache Jupiter-Saturn-Konjunktion im Zeichen der Fische. Diese sei im Jahr 7 vor Christus genau über Bethlehem (29. Mai, am 3. Oktober sowie am 4. Dezember um 9.30 Uhr) eingetreten. "Kepler ist Anfang des 17. Jahrhunderts für seine Theorie belächelt worden, doch 300 Jahre später wurde diese von deutschen Archäologen bei Ausgrabungen von Keilschriften bestätigt", sagte Frieser. Der Kreisheimatpfleger widmete sich auch der Frage nach den Heiligen Drei Königen. Alles spreche für Männer aus dem Morgenland, die 1200 Kilometer zu Fuß nach Bethlehem gingen, um den verheißenen Messias die Ehre zu erweisen. "Die Vermutungen liegen nahe, dass sie aus der sternkundigen babylonischen Priesterkaste der Magoi gekommen sind", führte Frieser aus und lieferte eine Erklärung dafür: "Ein babylonischer Astronom musste eine solche Konjunktion als Hinweis auf ein überwältigendes Ereignis in Israel deuten." Jupiter sei der Stern des babylonischen Gottes Marduk gewesen, Saturn der Planet des jüdischen Volkes und der westliche Teil des Fischezeichens habe für Palästina gestanden.

Armut als Geheimnis


Melchior habe als Repräsentant für Europa eine Schatulle mit Gold als das Wertvollste gebracht, Balthasar sei als Repräsentant für Asien mit einem Kelch voll Weihrauch als ein Symbol für das Göttliche gekommen, Kaspar als Repräsentant für Afrika hatte eine Schale Myrrhe dabei, die auf das Bittere, auf die Menschwerdung Gottes und den Leidensweg Jesu Christi hinweise. Frieser verwies auf ein Bild in der Martinskirche in Bernried am Starnberger See, das die glänzende Armut als Geheimnis des Christentums hervorragend darstelle: "Im Kleinen, Armen und Schwachen, im Kind in der Krippe scheint die Herrlichkeit Gottes auf."
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