Ein Hauch von Hollywood
„Filmmusik-Gala zur Oscar-Nacht“

Roter Teppich, Palmen, Film-Plakate und Captain Jack Sparrow mit Star-Wars-Figuren - einen Abend bevor in Los Angeles die Oscars verliehen werden, herrscht Hollywood-Flair im Amberger ACC bei der "Filmmusik-Gala zur Oscar-Nacht". Bild: Huber
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
29.02.2016
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hat die Nase vorn! Bevor Sonntagnacht in Los Angeles zum 88. Mal die Academy-Awards verliehen werden, feiert man bereits am Samstagabend im sehr gut besuchten ACC eine bombastische "Filmmusik-Gala zur Oscar-Nacht".

Das Ostbayerische Filmorchester unter der Leitung von Wolfgang Dersch zelebriert bei der "3. Lions-Musiknacht" unvergessliche Filmmusiken. John Williams, Ennio Morricone, Klaus Badelt, John Barry, Max Steiner und viele andere haben weltberühmte Spielfilme nicht nur akustisch tapeziert, sie haben sie mit fein überlegten musikalischen Motiven gestaltet und mit Klangsymbolen unterfüttert. Aus Noten bauten sie ein stabiles Gerüst für Gefühlsfortissimo wie für Monsterromantik.

Keine leichte Aufgabe für die 60 Musiker auf der Bühne, sich in die unterschiedlichen Partituren einzufühlen. Schließlich haben sich die Beteiligten aus Berlin, Dresden, Amberg und Umgebung erst einen Tag vor der Aufführung zu einer gemeinsamen Probe getroffen. Umso erstaunlicher, wie gut das Zusammenspiel klappt.

Primeln und Alpenveilchen


Im Entree der ACC-Philharmonie tummeln sich kalte und kuschlige Figuren aus den stählernen Weiten von "Star Wars". Durch den mit Primeln und Alpenveilchen aufgehübschten Konzertsaal weht ein leichter Frühlingshauch. Im Hintergrund grüßen die begehrten Hollywood-Trophäen, an den Seiten hängen Lions-Banner, auf die Leinwand werden die passenden Filmplakate gebeamt. Die Musiker in festlichem Schwarz haben die Instrumente gestimmt.

Der Dirigent kommt. Elegant im Smoking mit Schleife greift Wolfgang Dersch zum Taktstock, den er (fast) drei Stunden lang nicht mehr aus der Hand legen wird. Souverän lenkt und leitet er die musikalischen Geschicke. Grandios die Eröffnung mit der "20th Century Fox Fanfare". Ein Einstieg, der mitreißt. Und die Stimmung steigt weiter. Filmmelodien erinnern an Klassiker wie "Vom Winde verweht", "Dr. Schiwago", "Der mit dem Wolf tanzt" und James Bond "Spectre".

Wenn Captain Jack Sparrow die Bühne entert, dann ist natürlich Zeit für die Filmsinfonie "Fluch der Karibik". Und die "Star Wars-Doubles" marschieren ein, wenn ihre Musik erklingt. Sie leihen dem Dirigenten schon mal großzügig ihr Lichtschwert, damit das Orchester noch besser dem stählernen Weltraumkrieg eine musikalische Seele verleihen kann.

Die engagierten Musiker erwecken die Filmbilder mit Können und Konzentration zu einem stimmigen Klangepos. Geigen reißen den Himmel auf, Trompeten schmettern mit Schärfe, Trommeln geben den Marschtakt vor und Hornakkorde beruhigen wieder die Gemüter. Je nachdem - zwischen schrillem Krach und süßen Klängen - erzählt die Musik jede Filmgeschichte eindringlich und spannend nach. Zur süßen Versuchung wird der Solopart in "Ladies in Lavender", sensibel interpretiert von Christopher Kott (Violine), Amberger Kulturpreisträger 2013 und inzwischen Akademist beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Stimmungsvoll die Akkordeoneinlage für "Il Postino" von Bernhard Müllers, die er neu arrangiert hat und ausdrucksvoll spielt.

Minutenlanger Applaus


Star-Glamour glitzert auf beim Auftritt von Markus Engelstädter. Mit Songs wie "New York, New York" und Leonard Cohens "Hallelujah" heizt er die Stimmung nochmals hoch. Viel Wissenswertes und Interessantes steuert Conférencier Thomas Bärthlein zwischen den Programmnummern - professionell und charmant dazu.

Die Liste der Helfer und Unterstützer für diese überaus gelungene Mamutveranstaltung ist lang. Ambergs Kulturdezernent Dersch sagt allen Dank. Mit minutenlangem Applaus bedankt sich auch das Publikum für diesen fantastischen Filmmusikabend. Und als Belohnung gibt es eine Zugabe.
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