Ein Oscar für die Oberpfalz

Der Amberger Hubert Graf von Spreti (Fünfter von links) feierte mit dem Team um die US-amerikanische Journalistin und Dokumentarfilmerin Laura Poitras (Vierte von links), den Berliner Produzenten Dirk Wilutzky (Zweiter von links) und Mathilde Bonnefoy (Fünfte von rechts) sowie der NDR-Redaktuerin Barbara Biemann (Vierte von rechts) den Oscar. Bild: dpa

Der Amberger Hubert Graf von Spreti sahnt als Co-Produzent und Redakteur bei der Oscar-Verleihung in Los Angeles ab. Beim Film "Citizenfour" über den amerikanischen Whistleblower Edward Snowden hatte der BR-Mitarbeiter seine Finger im Spiel. Entsprechend ausgelassen war dann auch die Party.

Der Jubel war unbeschreiblich. Als bei der Oscar-Verleihung in Los Angeles der Dokumentarfilm "Citizenfour" mit der Trophäe bedacht wurde, geriet auch der gebürtige Amberger Hubert Graf von Spreti in einen wahren Freudentaumel. Er war Co-Produzent und Redakteur, als die weltweit beachtete Arbeit über den US-Whistleblower Edward Snowden entstand.

Bekannter Name

Spreti bekam an diesem Abend im Dolby-Theatre die Krönung seines beachtlichen Lebenswerks. Er ist seit vielen Jahren Leiter der Redaktion "Kinofilm" beim Bayerischen Rundfunk, wobei sein Name in der Vergangenheit immer wieder auftauchte, wenn auf nationaler und internationaler Ebene Preise vergeben wurden. Zum Beispiel für Filme wie "Kirschblüten Hanami" und "Sophie Scholl - Die letzten Tage." An der Herstellung von "Citizenfour" waren der Norddeutsche Rundfunk (NDR) und der Bayerische Rundfunk (BR) als Co-Produzenten beteiligt. Zusammen mit der BR-Redakteurin Sonja Scheider nahm Hubert von Spreti als "Commissioning Editor" diese Aufgabe wahr und er flog auch mit nach Los Angeles, als die Oscars verteilt wurden. Dabei lautete vorab nicht nur für den heuer 65 Jahre alt werdenden Honorarprofessor die Frage: Konnte ein Werk über den US-Bürger Snowden, im eigenen Land mit aller Strenge behördlich verfolgt, eine Chance haben? "Citizenfour" erhielt einen Oscar.

"Wir sind noch mittendrin im Feiern", sagte Hubert von Spreti, als unsere Zeitung zwei Stunden nach der Oscar-Verleihung mit ihm sprach. Danach hob der 64-Jährige hervor, dass erstmals ein Dokumentarfilm des BR und des NDR mit der weltweit begehrten Trophäe ausgezeichnet wurde.

Große Bedeutung

Daraus folgerte der Journalist: "Es ist wichtig, dass wir neben unseren regionalen Verpflichtungen die globalen Dinge nicht aus den Augen verlieren." Spreti ist ein Sohn des ehemaligen Amberger Bürgermeisters Carl Graf von Spreti. Er verließ in jungen Jahren seine Heimatstadt und machte in München Karriere beim Bayerischen Rundfunk. Nach der Oscar-Verleihung unterstrich er: "Citizenfour unter der Regie von Laura Poitras ist für uns alle von Bedeutung."
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