Ensemble Con Brio begeistert in der Erlöserkirche mit Klassik und Virtuosität
Musikalische Perle der Oberpfalz

Das Ensemble Con Brio besticht in der Erlöserkirche mit musikalischer Virtuosität und klassischen Interpretationen. Bild: Hartl

25 Jahre Ensemble Con Brio. Das Erfolgsrezept der vier Musikerzähler ist ein besonderes - Teamwork. Das zeigt sich auch bei ihrem Konzert in der Erlöserkirche in Amberg. Bei der Interpretation der Stücke gehen sie allerdings weniger akademisch zu Werke.

Die Spezialität der Musiker Gerda Machmor-Geer (Violine), Heidi Braun (Violine), Franz Rauch (Viola) und Peter Donhauser (Violoncello) ist das Individuelle, das ganz persönlich Erlebte, Erlebbare und Lebendige. In ihrem Jubiläumskonzert legen sie eine Schippe drauf mit Musik aus der Oberpfalz und Böhmen. Dafür wählen sie Werke von Franz Gleißner, Anton Beer-Walbrunn und Max Reger sowie von Antonín Dvorák. Musik, die schon "sprachlich" eigenwillig verpackt ist, die mit viel Ehrgeiz, Energie und Enthusiasmus erarbeitet werden will, die Akzente setzt, aber dem Musikverständnis der vier nahe steht. Eines der schönsten Kammermusikwerke von Antonin Dvorák (1841-1904) ist das Quartett F-Dur op. 96 mit dem Beinamen "Amerikanisches Quartett". Es entstand kurze Zeit nach Dvoráks berühmter 9. Sinfonie op. 95.

Folklore und Kunstmusik


Das ECB setzt diese musikalische Perle an den Schluss des Abends. Mit eigenem Charme und gekonnter Melodieführung interpretieren die Vier dieses mit Abstand populärste Quartett von Antonín Dvorák. Sie überlegen genau, wann anspruchsvolle Virtuosität gefordert ist, wann schwungvoll-musikantisches Temperament. Dvoráks Zweiklang aus Folklore und Kunstmusik bringen sie in feinen Details zur Geltung. Dafür applaudiert das Publikum lange und begeistert. Viel rauer ist das Klangmodell der Oberpfalz, das durchaus auch mit vibrierender Leidenschaft und emotional mächtigem Volumen auftrumpfen kann. Hierfür stehen die ausgewählten, zum Teil unbekannten Stücke, "die man nicht jeden Tag hört", betont Peter Donhauser in seiner Moderation. Franz Gleißner (1761-1818) ist in Neustadt/WN geboren, mit elf Jahren ging er an das kurfürstliche Jesuiten-Gymnasium (heute Erasmus-Gymnasium), wo "er eine außerordentliche Neigung zur Musik und Dichtkunst zeigte". Schwungvoll, natürlich, melodiebetont und kontrastreich spielte das ECB das dreisätzige Quartett G-Dur op. 13/3, das um 1806 entstand.

Großes Musikerlebnis kommt von Anton Beer-Walbrunn (1864-1929). Er stammt aus Kohlberg, war Schüler am Lehrerseminar (heute Max-Reger-Gymnasium), das er 1883 mit einem herausragenden Examen verließ. Zu seinen Schülern zählen unter anderem Albert Einstein und Carl Orff. Letzterer sagte von ihm: "Er war ein Meister alter Schule mit großem Wissen und Können." Als "überraschend eigenständig und ungewöhnlich" habe das Ensemble Con Brio auch die Kompositionen beim Erarbeiten des 2. Quartett c-Moll op. 6 empfunden, das er 1892 komponiert hat. Ihre Begeisterung für die ausdrucksstarke Musik des Oberpfälzers kanalisieren die Musiker in virtuose Ströme spannender Variationen.

Keine leichte Kost


Natürlich zählt Max Reger zu den prominenteren Komponisten der Region. Zum 100. Todesjahr spielt das Ensemble fünf kurze Stücke Melodia op. 129. Es sind selten zu hörende Arrangements von Harmonium- und Orgelstücken für Quartett. Und es ist beileibe keine leichte Kost. Reger geht bis an die Grenzen der Tonalität. Vom zartesten Pianissimo bis zum donnernden Fortissimo flechten sich Melodiebögen zwischen die vier Cello-Töne, die der Solist 40 Mal abruft. Hier muss das ECB nicht nur alle Register ziehen, sondern auch Finger- und Kunstfertigkeit beweisen.
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