Ensemble "Con Brio" spielt in der Erlöserkirche Werke von Haydn, Beethoven und Borodin
Immer für eine Überraschung gut

Das Ensemble "Con Brio" bietet seinem Publikum immer wieder neue Interpretationen. Bild: Hartl
Seit 2002 spielen Gerda Machmor-Geer, Heidi Braun (beide Geige), Franz Rauch (Viola) und Peter Donhauser (Violoncello) vom Con-Brio-Quartett zusammen Stücke. Und doch ist ihr Auftritt jedes Mal eine neue Erfahrung.

"Wir diskutieren definitiv unter acht Augen!" ist im Vorwort zum Konzert mit Streichquartetten von Haydn, Beethoven und Borodin zu lesen. Das spürt der aufmerksame Besucher, mit welcher Hingabe und Ehrlichkeit da musiziert wird. Keine eingefahren Routine, sondern neue, überraschende Interpretationen.

Dosierte Expressivität

Joseph Haydns G-Dur Opus 33 steht am Anfang. Diese Musik traf unmittelbar nach ihrem Erscheinen den Nerv der Zeit und machte schnell europaweit Furore. Auch heute gefällt diese sehr klangbetonte Komposition, die spieltechnisch souverän präsentiert wird. Vor allem das schnelle Tempo und der Tempowechsel zeigen, welche Qualitäten in dem Ensemble stecken. Sehr direkt, mit spürbarer, aber dosierter Expressivität und mit klar skizzierten Strukturen widmen sich die Musiker Ludwig van Beethovens Quartett c-Moll op. 18/4. Dabei kommt das spielerisch Leichte nicht zu kurz. Mit beeindruckender Technik füllen sie die Komposition mit Leben, "unverzärtelt", "unverkünstelt", auch mit Mut zu deutlichen Forte-Ausbrüchen.

Wenig Publikum

Im zweiten Satz (Scherzo - Andante scherzoso quasi Allegretto) gelingt Beethoven einmalig die Symbiose von Tanzcharakteren und kontrapunktischer Techniken. Die Instrumente nehmen den Schwung und die musikalische Idee auf und korrespondieren untereinander. Der Zuhörer ist vom technischen und kraftvollen Niveau beeindruckt. Voller Detailliebe und Harmonie widmen sie sich Alexander Borodins Quartett Nr. 2 D-Dur. Wunderbar aufeinander abgestimmt bringt das Ensemble bei souveräner Stimmführung das typisch Slawische, Russische zur Geltung. Ihren Höhepunkt erreichen sie in dem zart und einfühlsam gestimmten Notturno Andante.

Es ist eine Freude, Musik voller Dichte und Tiefe in dieser bezaubernden Form zu hören. Könner gibt es viele, aber die Mitglieder des Ensembles "Con Brio" berühren die Herzen und erlauben einen Blick in ihr tiefstes Inneres. Das begeisterte Publikum in der leider nur schlecht besuchten Erlöserkirche in Amberg erklatscht sich noch eine Zugabe.
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