Gelungenes Rathauskonzert mit den Queenz of Piano
Heißer Flügelschlag

Charmant verpackt, kreativ inszeniert, technisch brillant und amüsant dargeboten meistern die Queenz of Piano gekonnt den Spagat zwischen U- und E-Unterhaltung. Mit ihrem Wellnessprogramm verwöhnten Jenny Rüth (rechts) und Anne Folger das restlos begeisterte Publikum im ausverkauften Rathaussaal. Bild: Steinbacher
Rote Lippen, schwarze Spitzen, hohe Pumps und heiße Kurven - das sind Queenz of Piano, die beiden attraktiven Damen Jenny Rüth und Anne Folger, die den ehrwürdigen Amberger Rathaussaal zu ihrer ganz eigenen Spielwiese umfunktionieren.

Ihr Spielzeug sind zwei hochglanzpolierte Flügel, ihre Spielkameraden heißen Mozart, Vivaldi, Liszt und Michael Cerny, seines Zeichens Oberbürgermeister der Stadt. Ihr Spiel-Repertoire, womit sie die Besucher im voll besetzten Saal aufs angenehmste unterhalten, ist umfangreich: "Flügel wechsle dich", "Rangeln um den besten Tastenplatz" oder "vom Piano zur Gitarre" heißen die Nummern, die sie in ihrer Kingsize-Show "Tasta Tour" großartig und perfekt abrufen. Dabei dirigieren sie schnell noch den "Tu-Ba-Publikums-Chor", straffen Mozarts Türkischen Marsch, indem sie die Kreuze raus streichen, die Halbtöne weglassen, die Pausen kürzen und das Tempo erhöhen nach dem Spar-Motto: "leicht, locker, alles drin".

Im Wilden Westen

Die Queenz sehen nicht nur umwerfend aus, sie hübschen auch diverse Klassiker auf mit Swing- oder Rockrhythmen. Mit dem romantischen Lied "der Mond ist aufgegangen" gehen sie auf Reisen nach Afrika, Arabien und Asien. Sie begegnen den "Glorreichen Sieben" im Wilden Westen. Und wild und ungestüm sausen sie durch Andalusiens Landschaft. Sie verstehen sich blind, sind großartig aufeinander abgestimmt und korrespondieren perfekt. Umwerfend, was die aus Weimar stammende Anne Folger und die gebürtige Würzburgerin Jennifer Rüth den beiden Instrumenten entlocken. Seit dem sechsten Lebensjahr greifen die beiden in die Tasten. Ihr Klavierstudium schlossen sie mit glänzenden Noten ab.

Virtuose Vielfalt

Seit ein paar Jahren sind sie mit dem Queenz-Konzept erfolgreich auf Bühnen, im Rundfunk und Fernsehen unterwegs. Nicht nur, dass sie ihre Instrumente auch als Hackbrett, Harfe oder Percussion einsetzen. Die Saiten werden mit Plektren für Gitarrenriffs benutzt. Sie zimmern neue Klangmodule mittels artfremder Geräte wie einer Kette, die sie über die Saiten ziehen, oder eines Plastikdeckels und Milchaufschäumers als Tonerzeuger. Vom Cembalo bis zur Bouzouki und zum chinesischen Gong reicht das Spektrum. Egal ob Tasten, Korpus, Saiten, Dämpfer oder Rahmen, jedem Teil entlocken die Queenz of Piano klangvolle Effekte.

Und frisch, frech und effektvoll ist auch ihr Singen, Plaudern, Albern und Flirten so zwischendurch. Wer will es den aparten Damen übelnehmen, wenn sie den letzten Zugabe-Song sozusagen als Werbeblock gestalten für sich, ihre CD und ihr Programm? Nach Amberg dürfen sie gerne wieder kommen. Hier haben sie seit dem Rathauskonzert eine beachtliche Fangemeinde gewonnen.
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