Grund- und Mittelschule glänzt mit Theater und mehr
Ritterliche Leistung

Schon Erst-, Zweit- und Drittklässler trugen mit vollem Einsatz ein Gedicht vor, um damit der Theatergruppe mit Schülern aus der vierten und fünften Jahrgangsstufe den Boden oder die berühmten Bretter zu bereiten, die die Welt bedeuten - auch für Kinder. Bild: hfz

Ammersricht. Wenn die Grund- und Mittelschule Ammersricht zu ihrem auch musikalisch raffiniert umrahmten Theaterabend bittet, dann ist die Turnhalle rappelvoll. Dort begeisterten schon vor der Begrüßung durch Rektor Stephan Tischer die Dritt- und Viertklässler zusammen mit ihrer Choreografin Lena Paris das Publikum mit ihrem Schullandheimtanz - fetzige Klänge und flotter Hüftschwung inklusive.

Der von Brigitte Simmerl abwechslungsreich gestaltete musikalische Teil des Abends startete mit Orff-, Gesangs- und Trommelstücken. Ob Flötenspieler, Keyboarder, Sänger oder auch Sportler beim englischen Rap - alle Kinder der Klassen 3/4 und 4a durften präsentieren, was sie im Unterricht gelernt hatten. Damit wurde auch der vom Kultusministerium initiierten "Aktionswoche Musik" gebührend Platz geboten.

Schillers "Handschuh"


Für Überraschung sorgte der Gedichtvortrag "Der Handschuh" von Friedrich Schiller, der auf das Theaterstück einstimmte. Zweit- und Drittklässler, verstärkt durch eine Erst- und Viertklässlerin, trugen diesen Part mit guter Mimik und überzeugender Gestik vor. Dann ging es ans neueste Theaterprojekt von Martina Tobollik - Schiller für Grund- und Mittelschüler.

Schon lange reizte die Theaterlehrerin die Ballade vom Handschuh für ihre Theatergruppe, die heuer aus Viert- und Fünftklässlern besteht. Die Zuschauer wurden in die Welt der Ritter und Burgfräulein versetzt: Während die Damen den Herren gefallen wollen, wünscht sich Kunigunde zum Leidwesen der Anstandsdame nur Schwert und Pferd. Sie will kämpfen gegen Ritter und Drachen.

Burgfräulein kann austeilen


Die Männer in Rüstung schwärmen für die hübschen stickenden Frauen. Diese wiederum erwarten die Zuneigung der Ritter, die aber nicht einmal in der Lage sind, Liebesbriefe zu schreiben. Nur Kunigunde wirft - wie Friedrich Schiller es geschrieben hat - den Handschuh zwischen Tiger und Leun mittenhinein.

Ritter Heinrich (ausnahmsweise nicht Delorges wie im Original) stürzt sich zwischen die wilden Tiere und holt seiner Angebeteten den Handschuh, wirft ihn ihr aber ins Gesicht. Durch das geschickte Handeln der Anstandsdame kamen zum Glück wenigstens die Zuschauer in Ammersricht noch in den Genuss eines Happy-Ends. Eine abwechslungsreiche Szenenabfolge, multimediale Elemente, die musikalische Untermalung und vor allem die Exaktheit und Freude beim Spiel faszinierten das Publikum. Es belohnte alle Akteure mit tosendem Applaus.
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