Günter Grünwald füllt das ACC restlos
Deppenmagnet zieht immer

"Deppenmagnet" heißt das neue Programm von Günter Grünwald. Wieder einmal war er im ACC zu Gast. Wenn er kommt, folgen die Fans in Scharen: Der Saal war erneut ausverkauft. Bild: gf
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
28.02.2016
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Ja, der Günter Grünwald ist schon ein schlauer Kopf. Er weiß, wie's geht und kennt seine Pappenheimer: "Scho' vom Weg vo' da Garderobe auf die Bühne hab ich g'merkt, dass heut' a großartiges Publikum da ist."

So schwadroniert er und hat die Amberger von der ersten Sekunde an in der Tasche. Er ist halt ein Publikums- und nicht nur ein "Deppenmagnet". So heißt Grünwalds Programm, mit dem er seine Fans im ausverkauften ACC unterhält.

Ausgebeulte Jeans, abgetragene Schuhe und großkariertes Hemd - fertig ist die Kunstfigur Grünwald, die ja eigentlich keine ist. Wie er da im Scheinwerferlicht steht, a bisserl auf und ab geht, sich mal nach rechts und dann nach links wendet, beide Hände kurz in die Taschen schiebt: Er gibt das Bild eines ganz normalen Bayern ab. Wehe aber, wenn er den Mund aufmacht und dann über zwei Stunden lang nicht mehr zubringt. Dann kochen die Kalauer über und schwappen ungebremst und unverfeinert über die Rampe. Da läuft er zu großer Form auf, wie ein fluffiger Hefeteig.

Grauen ist so nah


Seine Kunst liegt im Detail. Er feuert Salven ab und verkehrt sie ins Gegenteil, er prangert andere an und beleuchtet im selben Atemzug das eigene Verhalten. Gekonnt, wie er das macht. Gleich zu Beginn erläutert Günter Grünwald den Titel: "Es gibt Gewinnertypen - des bin i net! I bin a Deppenmagnet!" Egal, wo er gehe und stehe, "ich ziehe die Deppen automatisch an". Solche Dummköpfe führt er dann natürlich erbarmungslos vor. Junge und Alte kriegen ihr Fett weg, Tätowierte und Baumarktbesucher, Rosenkohl-Esser und Kabelbinderfetischisten.

Grünwald lässt sich über Urlaubsreisen aus, nach dem Motto: "Warum in die Ferne reisen, wenn das Grauen ist so nah." Dabei schildert er schauspielerisch ausgefeilt seine Negativerlebnisse bei Campingurlaub, Traumschiffreisen und Clubferien. Kostenlos und uneigennützig verteilt er anrüchige Marktlücken-Tipps im Pornofilmbereich und liefert wenig appetitliche Anmerkungen zu diversen Köchen und Kochsendungen.

Er kann auch ernst


Höchst unterhaltsam gelingt der Switch vom Südtiroler zum City-Roller. Mit großem Erstaunen werden seine Bekenntnisse aufgenommen. Er habe niemals Hollywoodschauspieler à la James Bond werden wollen, was durchaus im Bereich des Möglichen gewesen sei. Komiker war sein Ziel. Dafür habe er sogar "Muskelabsaugen vom Schönheitschirurgen" in Kauf genommen, um aus dem schönen Mannsbild den Satiriker zu modellieren.

Er kann auch mal ernst, der Grünwald. Dann nämlich, wenn es um die Flüchtlinge und die Gewalt gegen sie geht. Dazu sagt er derb und deftig: "Angst ham muss ma vor A...löchern, und die san international."

Er macht sich schon Gedanken, der Grünwald, auch zu seinem Abgang: "Ich richte mich nach dem Applaus. Ist er kräftig genug, bleibe ich auf der Bühne stehen und gebe eine Zugabe. Verlasse ich die Bühne, komme ich auch nicht wieder." Das Publikum hat den Wink mit dem Zaunpfahl begriffen. Der Beifall war kräftig genug.
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