Hanna Regina Uber zeigt Skulpturen in den Ausstellungsräumen des Amberger Kunstvereins
Menschen, Idole, Gottheiten

Amberg in der Oberpfalz
20.12.2010
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Sie heißen "Bristol Joe", "Stella" oder "Jonny". Sie sind "tätowiert", manchmal nackt, manchmal bekleidet, zwischen 40 und 80 Zentimeter groß und aus Bronze. Geschaffen wurden sie von der Bildhauerin Hanna Regina Uber und zu sehen in den Ausstellungsräumen des Amberger Kunstvereins .

Die fantastisch ausgearbeiteten und bemalten Figuren stammen aus der Serie "True love" und "sie sind alle verwandt vom Thema her", erläutert die Künstlerin bei der sehr gut besuchten Vernissage am Donnerstagabend. "Es sind alles Leute, denen man eine eigene Geschichte ansieht. Sie erschließen sich sehr einfach durchs einfache Hingucken!" Etwas mehr Hintergrund- oder geschichtliches Wissen ist nötig bei den zwei weiteren Serien, die noch in dieser Ausstellung "Skulpturen" zu entdecken sind. Sehr zentral und unübersehbar steht "Taras Tochter" im Raum. Sie ist der Prototyp der neuen Serie mit lebensgroßen Holzplastiken.

Es sollen noch mehr dieser Figuren entstehen "in Gedenken an große Frauenpersönlichkeiten, die eine bewundernswerte Biografie haben, vor denen ich einen gewissen Respekt habe". Wie aus der Lotosblüte entstiegen steht sie da, kontemplativ, schlicht und gerade. Variationen zum Thema lassen sich auf der großformatigen Graf hinter der Skulptur entdecken. Das Bild kann man als eine Nahaufnahme, eine Fokussierung, eine Vita mit Farben und Formen verstehen.
Beim Recherchieren zu dieser Serie stieß "Gina" Uber auf Al'lat, eine vorislamische Göttin. "Sie wurde mit noch zwei weiblichen Gottheiten im arabischen Raum fanatisch verehrt, so 500 v. Chr. bis 630 n. Chr. Nach der Einnahme Mekkas durch Mohammed und seine Anhänger wurden die Insignien zerstört und Allah trat an ihre Stelle.

Solche Wandlungsprozesse lassen sich bei vielen Religionen oder Philosophien beobachten, so die Überlegungen der Künstlerin. "Ich wollte darstellen, wie stark alles im Wandel ist und Moden unterliegt!" Aus Alabastergips und Wachs hat sie die fast vergessene weibliche Gottheit wieder auferstehen lassen und ihr ein eindrucksvolles Denkmal gesetzt.

A.K.T.-Vorsitzender Hans Graf, nannte Uber eine "überraschende Künstlerin", die sowohl die verschiedensten Materialien als auch die sehr unterschiedliche Oberflächengestaltung perfekt beherrsche. Von den Skulpturen fühle er sich "an antike Figuren" erinnert. Außerdem haben sie für ihn "etwas Erotisches in ihrer Körperlichkeit!"

Die Ausstellung im A.K.T. (Viehmarkt 4) dauert bis zum 8. 1. 2011 und ist geöffnet: Freitag von 15 bis 19 Uhr und Samstag von 13 bis 18 Uhr.

Weitere Informationen im Internet:

http://www.akt-kunstverein-amberg.de
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