Happy Birthday, Frank Sinatra

Frank Sinatra hätte sich sicherlich über ein Geburtstagsständchen von der Blue-Eyes-Big-Band gefreut. Im Amberger Stadttheater feierten die Musiker den Künstler, der am 12. Dezember 100 Jahre alt wäre. Bild: Huber

Big-Band-Sound vom feinsten, dazu Sänger in absoluter Top-Form - besser hätte die Hommage an Frank Sinatra, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, gar nicht ausfallen können. Temperamentvoller Swing und traurigschöne Balladen erinnern im Amberger Stadttheater an die Legende.

Sinatra war ein überaus produktiver Künstler. Beinahe 2000 verschiedene Lieder soll er in seiner aktiven Zeit live gesungen oder in Studios eingespielt haben. Nur ein Bruchteil davon steht auf dem Programm, das die Blue-Eyes-Big-Band mit Ulli Forster an der Spitze und die Interpreten Erik Borner, Günther Conrad und Steffi Denk in Amberg bieten. Schillernd wie die Songs liest sich auch das Leben Frank Sinatras, der selbst nie eine professionelle Gesangsausbildung erhalten hat und nach eigenem Bekunden auch in späteren Jahren nur rudimentär Noten lesen konnte. Vom Einwandererkind aus bescheidenen Verhältnissen stieg er zum Megastar auf und war eine Legende Zeit seines Lebens.

Er verkaufte 150 Millionen Alben, sammelte Auszeichnungen wie andere Briefmarken und war der Liebling der Frauen. Man sagte ihm Verbindungen zur Cosa Nostra nach, lobte ihn aber auch für sein politisches und soziales Engagement. Heute gilt er als einer der bedeutendsten Interpreten des 20. Jahrhunderts.

Schwungvolle Fanfaren

Große Fußstapfen, die er also vorlegt für das exzellente Sängertrio, das sich festlich in Smoking und Abendkleid gestürzt hat. Toll, wie die drei abwechselnd - dann wieder im Duett - Lieder interpretieren wie "New York, New York", "For once in my life", "The lady is a tramp", "Fly me to the moon": Warm und weich Erik Borner, ganz nahe am großen Vorbild Sinatra; wendig und flexibel Gunther Conrad - ein Gentleman mit Ausstrahlung - und einfach phänomenal Steffi Denk mit ihrem "Somewhere over the Rainbow" (garantiert mit Gänsehautfeeling). Sie überzeugen in unterschiedlichsten Nummern mit ungeheuer kraftvoller Eleganz. Die Blue-Eyes-Big-Band unterstützt mit gefühlvollem Swingfeeling, prägnanten Einsätzen und schwungvollen Fanfaren. Sie demonstriert ganz große Klasse.

Herrlich, wie die Musiker sich inspirieren lassen, den Drive aufnehmen und mit eigenem Charakter wiedergeben. Sie sind nicht nur reines Begleitorchester für die Sänger, sondern gleichberechtigte, ja auch tonangebende Partner. Der berühmte Funke springt ganz schnell über, das undefinierbare Knistern landet im Publikum, das beinahe jede Nummer mit Pfiffen und Trampeln belohnt. Ulli Forster ist der Mann, der genau weiß, wie man das Orchester am besten zum Klingen bringt. Mit sparsamen Gesten zaubert er effektive Rhythmusfiguren. In der Blue-Eyes-Big-Band findet sich unter anderem die bekannte Band der "Special Night(s) before Christmas" wieder mit Gerwin Eisenhauer (Schlagzeug), Uli Zrenner-Wolkenstein (Bass), Andreas Blüml (Gitarre), Bernd Meyer (Strings), Dominik Glöbl (Trompete) und Möpl Jungmayer (Saxophon).

Tosender Applaus

Die weiteren Trompeten sind mit Reinhard Greiner, Stefan Lang, Andreas Mederl besetzt. Am Saxophon sind außerdem Franziska Forster, Steffi Kreilinger, Christoph Hörmann und Juri Smirnov zu hören. Natürlich fehlen auch nicht die Posaunenstimmen mit Peter Palmer, Peter König, Ferdinand Baer und Wolfgang Dersch, Kulturreferent der Stadt Amberg.

"Ich hab's auf meine Art geschafft" so lautet die Übersetzung einer Zeile des Welthits "My Way". Die Interpreten des Abends haben es nach gut zwei Stunden auch geschafft und ernten für diesen uneingeschränkt erlebenswerten Abend tosenden Applaus.
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