Harmonic Brass gibt Jubiläumskonzert in Paulanerkirche
Von "My fair Lady" bis zu Biene Maja und Jim Knopf

Eine Intrada blasend, schritten Harmonic Brass von hinten nach vorn durch die Paulanerkirche. Bild: Steinbacher

Von Helmut Fischer

Amberg. "My fair Lady" in der Paulanerkirche - das weckte Begeisterung. Aber nicht nur das. Harmonic Brass aus München präsentierte im überfüllten Gotteshaus ein Feuerwerk der Bläsermusik. 25 Jahre existiert dieses Ensemble, das in seinem Jubiläumsprogramm alle Register seines Könnens zog.

Barocker Glanz zum Start


Harmonic Brass, das sind Andreas Binder (Horn), Elisabeth Fessler (Trompete), Manfred Häberlein (Tuba), Thomas Lux (Posaune) und Hans Zellner (Trompete). Eine effektvolle Intrada blasend, kamen sie in den Altarraum und ließen ein Concerto von Vivaldi in barockem Glanz erklingen. Vom ersten Einsatz her war zu bewundern: strahlende Trompeten, die beweglich und schlank bis in die oberen Oktaven bliesen, ein souveränes, klangschönes Horn, eine Posaune, die in sauberster Intonation schier unbegreifliche Passagen meisterte und eine Tuba, die durch eine Virtuosität faszinierte, die man bei diesem Instrument nicht vermutet. Hier hörte das Publikum einen Ensembleklang, der stets ausgewogen und differenziert den einzelnen Instrumenten ihren besonderen Part zuwies, der immer stimmig war.

Und die fünf Künstler spielten nicht nur, sie machten eine richtige Show aus ihrem Programm. Mit Bewegungen, Gesten, slapstickhaften Einlagen bei brillanter Virtuosität bedienten sie Ohr und Auge. Andreas Binder stellte als Moderator die Stücke, aber auch seine Mitstreiter mit Charme und Witz vor. "Wir haben nicht nur musikalisch, sondern auch optisch dazugewonnen", sagte er zum Beispiel über Elisabeth Fessler, die seit 2014 beim Ensemble ist. Als Hommage an Johann Sebastian Bach erklangen der Choral "Bist du bei mir" und der 3. Satz aus dem 2. Brandenburgischen Konzert. Bei Letzterem in atemberaubendem Tempo hörte man bei aller Virtuosität doch die Schwierigkeiten der Komposition und durch den Hall der Kirche kamen die filigranen Strukturen etwas ins Schwimmen. Aber die Schwerpunkte lagen ja eher auf Unterhaltsamem.

"Es grünt so grün"


Bei "My fair Lady" war Hans Zellner für das Arrangement verantwortlich. Es war faszinierend, wie er die originale Orchesterfassung für Harmonic Brass gestaltete. Dabei schlüpfte Fessler optisch in die Rolle der Eliza und Andreas Binder wandelte sich zu Mr. Higgins, wobei beide mit ihren Instrumenten die Story des Musicals erzählten. Einfach klasse die Adaptionen von "Es grünt so grün" und "Ich hätt' getanzt heut' Nacht", wie auch "Wart's nur ab, Henry Higgins" und "Ich hab' mich so gewöhnt an ihr Gesicht". Da wurde die Bühne lebendig, kam zur brillant geblasenen Musik das schauspielerische Moment auf die Bühne.

Triumphmarsch aus "Aida" mit geschickt verteilten Trompeten-Standorten, dann eine Hommage an Afrika und, als Erinnerung an frühere Konzerte, ein Medley aus Kinderprogrammen. Da flog Biene Maja umher, Jim Knopf und Pumuckl durften melodisch ebenso wenig fehlen wie Pippi Langstrumpf und Heidi. Mit "Ich brauche keine Millionen, mir fehlt kein Pfennig zum Glück" endete die Jubiläumsausgabe von Mouse & Friends begeisternd.

Publikum rast


Nach "Bugler's Holiday" war eine Zugabe Pflicht. Hier brachte Manfred Häberlein mit Variationen von "Mein Hut, der hat drei Ecken" das Publikum fast zum Rasen. Was man mit der Tuba an spielerischen Finessen, an Flexibilität so alles zaubern kann - Häberlein machte daraus eine abschließende Solo-Show, die zu Beifallsstürmen hinriss.
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