Interkulturelle Filmnacht im Ring-Theater
Mehr als 300 Worte

Viele "alteingesessene" Amberger und Sulzbacher Restaurants und Lebensmittelgeschäfte mit "Migrationshintergrund" hatten sich als Sponsoren am kulinarischen Teil dieses interkulturellen Abends beteiligt. Serviert wurden die Köstlichkeiten im Foyer des ehemaligen Kinos. Bilder: kge (2)
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
11.04.2016
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"Ich bin ein Ausländer, ein Immigrant, weit weg von der Heimat in einem fremden Land": Während Samstagnacht im Ring-Theater der Abspann der Komödie "300 Worte Deutsch" lief, erklang immer wieder dieser Refrain der Filmmusik und hallte lange Zeit nach. Unter dem Beifall des Publikums versprach ein Verantwortlicher des CJD-Fördervereins, gerne wieder so eine Veranstaltung zu organisieren.

Doppelter Genuss


Ein wunderbarer Kinoabend ging zu Ende, und man begegnete nicht nur in der Pause beim leckeren Fingerfood lachenden, zufriedenen Gesichtern. Bereits bei der lockeren Begrüßung durch die Schirmherren, Oberbürgermeister Michael Cerny und Landrat Richard Reisinger, wurde schnell klar, dass dieses Event in erster Linie Spaß machen sollte. Zeigen sollte, dass Migration gut funktionieren und sich im Genuss für Augen und Gaumen widerspiegeln kann.

Anna Szymczak vom CJD Sulzbach-Rosenberg (einer Einrichtung im Christlichen Jugenddorfwerk Deutschland e. V.) erläuterte anfangs in wenigen Sätzen den Hintergrund der Veranstaltung. Seit 26 Jahren biete der Jugendmigrationsdienst Beratung und Begleitung zur schulischen, beruflichen und sozialen Integration. Er leiste Hilfestellung bei der Orientierung und der langfristigen Zukunftsgestaltung vor allem junger Zuwanderer. Als nächste Projekte sind ein Jugendgarten am LGS-Gelände und eine reine Mädchen- beziehungsweise Junge-Frauen-Gruppe geplant. Der Erlös des Abends sollte genau dafür dienen.

Viele "alteingesessene" Amberger und Sulzbacher Restaurants und Lebensmittelgeschäfte mit "Migrationshintergrund" hatten sich als Sponsoren am kulinarischen Teil beteiligt. In jeder Hand eine Köstlichkeit, sah man sich in der ausgiebigen Pause strahlenden Jugendlichen gegenüber, die einem auf Tabletts bereits den nächsten Gang servierten. Einige erzählten stolz, dass ihre Mamas die Häppchen selbst gemacht hatten. Die Tanja Rotsch Band, die auf Gage verzichtete, unterhielt mit leichtem Akustik-Rock die Gäste, und man konnte sich nach dem ersten Spielfilm "Kaddisch für einen Freund" in lockerer Atmosphäre entspannen. Das Thema auf der Kinoleinwand war nämlich insofern brisant, als dass es religiöse Streitigkeiten und auch die Abschiebepolitik in unserem Land aufzeigte. Dennoch war die Geschichte von dem jungen Araber und dem alten Juden gekonnt und amüsant erzählt.

Zum Brüllen komisch


Damit die Gäste aber auch beschwingt heimgehen konnten, sorgten die Organisatoren im zweiten Teil für einen deutsch-türkischen Schenkelklopfer. Mit Christoph Maria Herbst in einer Hauptrolle war "300 Worte Deutsch" mit seinem Blick auf die unterschiedlichen Kulturen einfach zum Brüllen komisch.

Andreas Wörz und seine Mutter hatten das Ex-Kino als perfektes Ambiente zur Verfügung gestellt. Und auch wenn der Platz und das Essen für noch mehr Besucher gereicht hätten, so konnte man dennoch von einem Erfolg sprechen - bei der Unterhaltung und beim herzlichen interkulturellen Miteinander.
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