Interkulturelle Filmnacht
Kennenlernen erwünscht

Ringtheater-Besitzer Andreas Wörz, Andrea Rausch, Gerhard Bones, Martina Hiesl und Willy Mühlbauer (von links) stellten das Programm von "Begegnungen", einer interkulturellen Filmnacht, am Samstag, 9. April, vor. Bild: wsb
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
22.03.2016
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Erst "Kaddisch für einen Freund", danach "300 Worte Deutsch": Diese zwei Streifen sind bei der interkulturellen Filmnacht am Samstag, 9. April, im Ringtheater zu sehen. Organisiert wird die Veranstaltung von Andreas Wörz, dem Besitzer des ehemaligen Kinos, und dem Förderverein des CJD-Migrationsdienstes, der seinen Sitz in Sulzbach-Rosenberg hat.

Um Gelder für sein Engagement, insbesondere für Gruppenarbeit einzunehmen, hatte der Förderverein vor eineinhalb Jahren ein Charity-Dinner organisiert. Laut Schriftführerin Andrea Rausch sei das ein Wahnsinnsaufwand, aber auch ein Riesenerfolg gewesen. Jetzt sei ihr die Idee einer Filmnacht gekommen. Sie fragte kurzerhand den Betreiber des früheren Ringtheaters, ob man nicht zusammen was machen könne. Andreas Wörz sagte sofort zu.

Ohne Vorurteile


Das Filmnacht-Motto "Begegnungen" ist bewusst gewählt. Denn die Organisatoren möchten, dass sich die Leute treffen, austauschen und kennenlernen - vorurteilsfrei. Martina Hiesl wünscht sich, dass Menschen mit Migrationshintergrund nicht nur als Bittsteller wahrgenommen werden, "sondern dass man auch auf ihre Fähigkeiten schaut".

Die interkulturelle Filmnacht, für die Oberbürgermeister Michael Cerny und Landrat Richard Reisinger die Schirmherrschaft übernommen haben, beginnt um 18.30 Uhr im Ringtheater. Einlass ist ab 18 Uhr. Zur Begrüßung gibt es türkischen Tee und Baklava, ein orientalisches Gebäck. In der Pause dann internationales Fingerfood.

Das Leben erkunden


Der CJD ist ein Fachdienst für Migration und Integration und bietet seit 1989 jungen Menschen von 12 bis 27 Jahren professionelle Unterstützung und Begleitung bei der Lebensplanung und -gestaltung in einer neuen Gesellschaft. Der Fokus richtet sich nicht nur auf Asylbewerber, sondern auf Menschen von überall her, wie Andrea Rausch betont. Unter anderem sind dies Bürger aus anderen EU-Staaten, aber auch Übersiedler. Geplant ist aktuell, die Mädchen- und Frauengruppe neu zu beleben. Ob Kino oder einfache Brettspiele, Computer oder einfach nur quatschen: "Wir erkunden gemeinsam das Leben in Deutschland."

An die Besucher der Filmnacht richteten die Organisatoren bei der Pressekonferenz einen dringenden Appell: "Lernt euch kennen und zwar nicht nur an diesem Abend."

VorverkaufKarten für die interkulturelle Filmnacht am Samstag, 9. April, gibt es zum Preis von 16 Euro im Vorverkauf im Ringtheater (samstags von 8 bis 12 Uhr). Außerdem können Tickets telefonisch im Büro des CJD in Sulzbach-Rosenberg unter 09661/94 34 reserviert werden. An der Abendkasse sind 18 Euro zu zahlen. Inkludiert im Preis sind türkischer Tee und Baklava zum Auftakt sowie Fingerfood in der Pause. Extra gezahlt werden müssen Getränke. (san)


Das ProgrammFilme

Kaddisch für einen Freund

Am Anfang war Feindschaft, ja sogar Hass. Denn der Palästinenser Ali (14) bricht in die Wohnung des 84-jährigen russischen Juden Alexander ein. Die Strafe: Der Junge muss dem alten Mann bei der Renovierung der verwüsteten Wohnung helfen. Nach und nach entsteht eine Freundschaft, die in einem konfliktgeladenen Umfeld bestehen muss.

Der Film vergegenwärtigt das vorurteilsbelastete Denken, mit dem sich Menschen täglich begegnen. Doch die Freundschaft siegt über religiöse Dogmen.

300 Worte Deutsch

In dieser unverkrampften, frechen Integrationskomödie werden so ziemlich alle deutsch-türkischen Klischees, die es gibt, bedient. 300 Worte Deutsch müssen türkische Einwanderer können, um die Einreise bewilligt zu bekommen. Denn sonst werden sie vom Einwanderungsbeamten wieder abgeschoben.

Kulinarisches

In der Pause gibt es internationales Fingerfood (im Preis inkludiert), zum Teil hausgemacht, zum Teil von Restaurants gesponsert. Menschen aus Syrien, Russland, Afghanistan und Eritrea bereiten die Spezialitäten zu. Aber auch Mexikanisches und Chinesisches wird es geben. "Das wird wirklich international", freut sich Andreas Wörz.

Rahmenprogramm

An der interkulturellen Filmnacht beteiligt sich auch Serbest Jajan. Der künstlerisch talentierte Syrer stellt im Foyer Bilder und Zeichnungen aus. Als Flüchtling war er in Sulzbach-Rosenberg untergebracht, inzwischen lebt er in Herne. In der Pause gibt es außerdem Musik. (san)
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