Isarindianer kommt als darstellender Künstler ins ACC
Willy Michl malt jetzt auch für den Frieden

Amberg. Noch einmal kurz am Federschmuck gezupft, ein letzter verhuschter Kontrollblick in den Mini-Kosmetikspiegel, das typische gewiefte Grinsen aufgesetzt und schon kann es losgehen. Willy Michl, selbsternannter Isarindianer und permanenter Pendler zwischen den musikalischen Welten, ist längst kein Krieger mehr, sondern ein "Friedener", der den Glauben an Liebe, Ehre und Respekt als oberste Maxime ausgibt. Doch der Mann, der in Einheit mit der Natur und seiner Heimat Bayern lebt, ist auch ein leidenschaftlicher darstellender Künstler. Ein Zeichner, ein Maler und ein Fotograf, dessen Werke seit Donnerstagabend im Kongresszentrum zu sehen sind.

Die Bilder, von denen seine aus Utzenhofen bei Kastl stammende Frau Cora einige Exemplare beigesteuert hat, heißen Wuidpferdl, Fünfauge, Sonnengesang oder Westeiche. Die Botschaften, die der 64-Jährige damit vermitteln will, ähneln sich. Es geht ihm um Harmonie und Schönheit, Freiheit und den Frieden, den er mit Mutter Erde geschlossen hat. Es ist das andere, nachdenkliche Gesicht, das die Blues-Legende zeigen will. "The other Face" ist der logische Titel der Ausstellung, zu der auch Fotografien gehören, die von seiner Frau oder Freunden stammen. Sie zeigen den Isarindianer zum Beispiel mit Frauen, die sein Leben bestimmen: seine Mutter, seine Ex und Cora.

"Es ist eine Männerwelt", sagt der Blues-Barde, der den Weibsbildern dennoch - oder gerade deswegen - gewaltig Honig ums Maul schmiert: "Die Welt wäre nichts ohne unsere Frauen. Die Frau ist das Zentrum des Lebens." Die weiblichen Gäste quittieren das mit viel Applaus und würden ihn am liebsten knuddeln, den Künstler, der auf Steine, Bäume, Feuer und Wasser hört, eins mit der Natur wird und das auch vorlebt. Allerdings mehr durch seine Lieder, als durch seine Bilder. Auch wenn die Malerei für ihn opportun ist, Willy Michl ist und bleibt in erster Linie ein Sänger - ein guter noch dazu.

Zu sehen sind die 30 Werke von und mit Willy Michl bis Sonntag, 4. Januar, zu den üblichen Öffnungszeiten im ACC. Einen Teil des Verkaufserlöses wollen Willy Michl und seine Frau für das Kinder-Palliativzentrum in München spenden.
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