Jubiläumskonzert des ACC
„Lobgesang“ mit Transparenz und Klarheit

Sie sind ein gutes Gespann: Dirigent Thomas Appel, der Amberger Oratorienchor und das Amberger Symphonieorchester gestalteten mit den Solisten temperamentvoll und individuell das opulente Festkonzert. Bild: Steinbacher
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
19.04.2016
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Der Haussegen hängt nun wirklich nicht schief im Amberger Congress-Centrum. Ganz im Gegenteil. Am Sonntagabend wurde beim Jubiläumskonzert mit musikalischem Pomp ein "Lobgesang" auf das 20-jährige erfolgreiche Arbeiten im Veranstaltungsbereich gesungen.

Diesen "Lobgesang" komponierte Felix Mendelssohn Bartholdy allerdings anlässlich der groß angelegten Feiern zum 400-jährigen Jubiläum der Erfindung der Buchdruckerkunst in Leipzig. Zum ACC-Jubiläum erklingt die Symphonie Nr. 2 (Lobgesang) nach Worten der Heiligen Schrift nun zum ersten Mal auch in Amberg. Unter der Leitung von Thomas Appel bieten der Amberger Oratorienchor, das Amberger Symphonieorchester und die Solisten Saskia Steinfeld (Sopran), Barbara Schmidt-Gaden (Mezzosopran) und Victor Schiering (Tenor) ein opulentes Festkonzert. Schon von der ersten Note an wird der Zuhörer gefesselt von der Musik. Intensiv und ausdrucksvoll spielen die Instrumentalisten das zarte Allegretto, der zweite Satz des "Lobgesangs". Appel geht das Stück zügig, dabei flexibel, sehr pointiert und zupackend an. Er führt die Musiker intensiv und zielsicher.

Satter Orchesterklang


Es ist faszinierend, wie viel Leidenschaft er aus der Musik schöpft, wie er die Klangfarbe wechselt und die Musik organisch und ganz natürlich weiterfließen lässt. Mit sattem Orchesterklang kostet er jeden Moment aus. Man spürt die Erhabenheit dieser Musik, aber auch die große Dynamik, die in ihr steckt, und das Engagement der Ausführenden.

Der Chor singt kraftvoll, aber klangschön; durchsichtig phrasiert, aber bei Bedarf auch rund und üppig ausgefeilt. Der Text ist erstaunlich gut verständlich. Im Schlusschor bündeln die Sänger nochmals Energie und Können zum festlich-frommen Höhepunkt. In ihren wenigen Nummern gehen die Solisten das Stück dramatisch erzählend an. Tenor Schiering gelingt das in "Stricke des Todes" recht gut, allerdings hält er das Niveau nicht durchgängig. Dagegen strahlen die Sopranstimmen. Äußerst geschmeidig und expressiv singt Saskia Steinfeld. Gemeinsam mit Barbara Schmidt-Gaden gelingt ihr im ersten Duo der Kantaten-Symphonie ein grandios-harmonischer Auftritt. Behutsam schmeichelt sich der Chor dazu, verschmilzt nahtlos mit den Kantilenen der Solistinnen.

Die Orchestermusiker weben ihre Farben sensibel und behutsam in das musikalische Geflecht hinein. Aber die Musiker können auch anders, sehr gewaltig und mit viel Pathos, wie sie mit dem Eröffnungsstück, der Beethoven-Ouvertüre "Weihe des Hauses", beweisen. Mit dieser Segenskomposition habe man eine "Brücke geschlagen" zum Jahr 1996, als das ACC feierlich eröffnet wurde, sagt Oberbürgermeister Michael Cerny. Er erinnert in seinem Grußwort daran, dass der Oratorienchor damals auch die musikalische Begleitung übernommen hat. Er dankt Leitung und Mitarbeitern des ACC für ihre Arbeit.

Sensibler Dirigent


Dirigent Thomas Appel, der Amberger Oratorienchor mit Korrepetitor Wolfgang Herrneder und das Amberger Symphonieorchester mit Konzertmeisterin Valerie Rubin machen deutlich, dass sie hervorragend zueinander passen: Der über viele Jahre erarbeitete Klang des Chors und des Orchesters, sowie der agil-sensible Dirigierstil des engagierten musikalischen Leiters ergänzen sich perfekt. Stehende Ovationen am Schluss.
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