Jugendclub des Stadttheaters bei Treffen mit Gleichgesinnten in der Landeshauptstadt
In München, Amberg und Syrien daheim

Von Amberg aus traten sie ihren Siegeszug nach München an. Das Foto zeigt die Mitglieder des Stadttheater-Jugendclubs beim Inszenierungsgespräch im Münchener Residenztheater. Bild: poc
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
14.06.2016
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Amberg/München. "Badar ist allein. Abdul ist allein. Mohammad ist allein und ich bin allein, aber der Jugendclub ist wie meine Familie geworden. Jetzt habe ich 19 Geschwister!" Der junge Mann, der das sagt, heißt Ahamad Adris Mohamed, gehört zum Jugendtheaterclub und berichtete den Zuhörern beim Inszenierungsgespräch aus seinem Leben. Die 21 Akteure aus Amberg präsentierten am zehnten Treffen der bayerischen Jugendtheaterclubs in München ihr Stück. Zum dritten Mal nahmen die Oberpfälzer an der viertägigen Veranstaltung teil. 14 Clubs, 14 Inszenierungen an vier Tagen - ein großes Pensum an Theaterstoff, mit dem die jungen Erwachsenen konfrontiert wurden. Vor allem, weil es sich oft um Stücke handelte, die sich eher mit nicht so leicht verdaulichen Themen wie Tod, Politik und eben auch Flucht beschäftigten. Die Jugendclubs sollten nicht nur passiv zuschauen, sondern sich auch mit der jeweiligen Thematik auseinandersetzen und Fragen stellen. Hierfür gab es die Inszenierungsgespräche, in denen die Jugendlichen sich gegenseitig Rede und Antwort standen. Für die Amberger hagelte es auch zwischen den Veranstaltungen Lob. Besonders die Gruppendynamik auf und hinter der Bühne faszinierte die anderen Teilnehmer: "11 Freunde sollt ihr sein. Ihr seid 21! Wie habt ihr das geschafft, so zusammenzuwachsen?", lautete eine Frage aus dem Zuschauerraum. Die Sprachbarriere spiele keine Rolle bei den Jugendlichen, lautete eine Erklärung.

"Mit Händen und Füßen geht's immer", sagte Eva Weidenhammer. Doch nicht nur die Flüchtlingsthematik interessierte die anderen Teilnehmer des Festivals: "Ihr habt so eine Kraft auf der Bühne! So eine Dynamik! Ihr seid so auf den Punkt!" Stolz bedankten sich die Amberger und vergaßen einen nicht: "Ohne unseren Spielleiter Winfried Steinl hätten wir das nicht geschafft,"

Mit dem Stück "Da dort daheim" schien der Amberger Jugendclub einen Nerv getroffen zu haben. Vielleicht auch deswegen, weil es nicht nur ein aktuelles, sondern vor allem zeitloses Thema ist. Wer schon einmal auf Reisen war, der weiß, man merkt das meistens beim Essen: "Ich mag kein Couscous, ich brauche Kartoffeln, ich bin Deutscher!",witzelte Ahmad aus Syrien beim Mittagessen im Festivalzelt im Kreise seiner Kollegen, die zu Freunden geworden sind.
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