Jugendkantorei am Eichstätter Dom singt in der Schulkirche
Wahre Wohltat für die Seele und das Leben

Die Jugendkantorei Eichstätt besteht ausschließlich aus Mädchen und Jungen, die noch nicht im Stimmbruch sind. Es dirigierte Domkapellmeister Christian Heiß.

"Wir sind in die Schulkirche gekommen, um das zu hören, was unserer Seele und unserem Leben gut tut", sagte Stadtpfarrer Franz Meiler. Das Konzert der Jugendkantorei am Eichstätter Dom war eine Wohltat für die Seele.

Zwei- bis fünfstimmige Chorsätze von der Renaissance bis zur Gegenwart, überwiegend a cappella gesungen, damit verzauberten die 32 Jugendlichen aus Eichstätt ihre Zuhörer. Die gut ausgebildeten jungen Stimmen klangen frisch und mit spürbarer Freude an der Musik. Geleitet wurden sie von Christian Heiß, dem Domkapellmeister zu Eichstätt. Er hatte jeden einzelnen Sänger im Blick, führte alle achtsam und unterstützte sie beim Singen so, dass auch die anspruchsvollen A-cappella-Sätze in reiner Schönheit erklangen.

Ob die frühbarocke Motette "Eins bitte ich vom Herrn" von Heinrich Schütz oder die modernen "Psalms for Dancing" von Douglas Coombes, immer überzeugten die Eichstätter mit Präzision, sehr guter Textverständlichkeit und vollendetem Wohlklang. Sie meisterten auch das sehr schwierige "Jaakobin pojat" von Pekka Kostiainen. Hier gibt es streckenweise keine Melodie, die die Sänger leiten könnte. Der Komponist arbeitet mit Echoeffekten und schrägen Klängen, die dem Chor alles abverlangen. Kostiainen erzielt reizvolle, plastische Wirkungen, indem er die Namen der Söhne Jakobs immer nur von einem kleinen Teil des Chors singen lässt, so dass sie allmählich von links nach rechts wandern und die Stimmlage verändern. Das Stück lebt von der absoluten Genauigkeit der Darbietung. Das gelang großartig.

Ein weiterer Höhepunkt war Felix Mendelssohn-Bartholdys dreistimmige Motette "Laudate Pueri". Hier hatten sich die Sänger, je nach der Stimme, im Mittelgang der Kirche und an den Außenseiten aufgestellt. Dadurch saß das Publikum mitten im Chor. Das tiefe Gottvertrauen, das die Jugendlichen in Töne fassten, hüllte die Zuhörer ein. Ergänzt wurde der Chorgesang von Maximilian Pöllner, dem Assistenten des Eichstätter Domkapellmeisters. Er begleitete die Sänger bei einigen Stücken am Piano, bei anderen an der Orgel. Als Solist erfreute er die Zuhörer mit Bachs Choralvorspiel "Nun danket alle Gott", das er sehr einfühlsam darbot, und mit Alexandre-Pierre-François Boëlys "Fantasie und Fuge B-Dur". Ausdrucksstark gestaltete er hier die dramatischen Steigerungen.

Das Publikum applaudierte lange und kräftig, bis es als Zugabe "Laudate Dominum" und schließlich, nach weiteren stehenden Ovationen, ein norwegisches Abendlied bekam.
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