Kinobetreiber Andreas Wörz möchte am Spitalgraben ein Veranstaltungszentrum schaffen
Voller Ideen fürs Ring-Theater

Das Park-Kino ist verkauft, das Ring-Theater (im Hintergrund) aber will Andreas Wörz unbedingt behalten. Er möchte am Spitalgraben ein Veranstaltungszentrum schaffen. Viel werde davon abhängen, was auf dem benachbarten und noch leeren ehemaligen Bürgerspitalgelände geschieht. Von der Stadt, die das Areal besitzt, hat der 48-Jährige eigenen Aussagen zufolge noch nichts Konkretes oder gar Offizielles erfahren. Bild: Huber

Kinobetreiber Andreas Wörz musste am 25. April 2012 mit anhören, wie der Bauausschuss ein neues Kapitel Kino-Geschichte aufschlug und den Multiplex-Neubau an der Regensburger Straße guthieß. Ärger, Trauer und Wehmut sind mittlerweile verflogen. Dafür sprudeln aus dem 48-Jährigen jetzt nur so die Ideen, wie es an gewohnter Stelle bald weitergehen könnte.

Theater statt Transformers, Konzerte statt King Kong, Ausstellungen statt Avatar, Vorträge statt Vertical Limit, Lesungen statt Life of Pi und Jugendcafé statt Jurassic Park - Andreas Wörz hat schon relativ konkrete Vorstellungen davon, wie das Ring-Theater am Spitalgraben nach dem 4. Februar genutzt werden könnte. An diesem Tag werden nach jetzigem Stand in den beiden Kinos zum letzten Mal Filme laufen, bevor dann das Multiplex an der Regensburger Straße übernehmen wird. Während Wörz für das 77 Jahre alte Park-Kino einen Käufer gefunden hat (Michael Fellner möchte es gastronomisch nutzen/wir berichteten), soll das 15 Jahre jüngere Ring-Theater dagegen in Familienbesitz bleiben.

Kulturverein als Träger

"Es geht nicht um Kommerz", sagt Wörz, der sein Geld als Diplom-Kaufmann in einem Amberger Steuerbüro verdient und auf Kino-Einnahmen nicht angewiesen ist: "Es geht um die Kultur." Darum werde auch nicht die Privatperson Wörz als Veranstalter in Erscheinung treten, sondern der Kulturverein. Dabei helfen soll Thomas Scheimer, der jede Menge Erfahrung auf dem Event-Sektor hat und schon einmal aus einem Kino eine Pilgerstätte für Kleinkunstliebhaber gemacht hat - aus dem Central-Theater wurde das mittlerweile seit 2012 geschlossene Habana. "Es muss jede Woche was passieren, da braucht der Kulturverein eine ganz andere Substanz", gibt Scheimer die Richtung vor und zu bedenken.

Sitze werden verkauft

Ein erster Schritt ist gemacht: Wörz und Scheimer haben die Genehmigung der Stadt erhalten, am Samstag, 24. Januar, den Schlaghosenball im Ring-Theater ausrichten zu dürfen. Um Platz zu schaffen, werden am 17. Januar von 10 bis 16 Uhr die ersten fünf Sitzreihen abgebaut und verkauft. Ein Sessel kostet 20 Euro. Der Erlös geht an den Kulturverein.

Genug Platz bei Veranstaltungen

Dieses Faschingsfest soll keine Eintagsfliege werden. "Kultur- und Veranstaltungszentrum wäre die künftige Nutzung", beschreibt Wörz sein Lieblings-Ring-Theater. Platz sei vorhanden, das Gebäude als Veranstaltungsort bei Konzerten von Vocal 5, Django 3000, Lisa Wahlandt, Markus Ringlstetter oder Claudia Koreck längst erprobt: "Wir haben da schon einige Bonuspunkte gesammelt." Der 48-Jährige sähe es gerne, nach dem Schlaghosenball eine Art Probebetrieb starten zu können. Doch das lasse die Stadt nicht zu. Wörz: "Leider gibt es da keine Möglichkeit." Zuerst müsse er eine Nutzungsänderung beantragen, da das Ring-Theater als Kino zugelassen sei, nicht aber als Konzerthalle oder Kleinkunstbühne.

Konkret gehe es um ein Brandschutzkonzept, ein Lärmschutzgutachten und womöglich auch um die Statik. Eine Kostenschätzung soll nun zunächst zu einem Finanzierungskonzept führen. "Dann wissen wir mehr", sagt Wörz.
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