Komödie im Stadttheater Amberg
Der letzte der feurigen Liebhaber

Die vielgespielte Komödie - mit Sabine Kaack und Martin Lindow - kam erst leider nach der Pause so richtig in Schwung. Bild: Hartl

Als vermeintlich feurigen Liebhaber schickt das Eurostudio Landgraf Martin Lindow als Barney Cashman ins Amberger Stadttheater. Der will es nach 23 treuen Ehejahren noch einmal wissen und einen unvergesslichen Seitensprung inszenieren, um dann wieder friedlich zurück ins heimische Nest zu kuscheln.

Ort der geplanten Verführung ist die rosa-rot möblierte Bonbonwohnung der Frau Mama. Während diese außer Haus weilt, um im Krankenhaus Freiwilligendienst zu leisten, führt der Sohn ganz anderes im Schilde. Schon blöd, dass die anvisierten Damen so unterschiedliche Vorlieben und Charaktere haben, und dass er selbst so ganz aus der Übung ist, was Verführung anbelangt. Da hilft der Wechsel der Getränkemarken von Whiskey, Wodka zu Champagner auch nicht besonders.

Unbeholfen und linkisch


Selbst die modischen Variationen (Kostüme: Claudia Lindow) vom eng über der Brust spannenden Jackett, über das lässige New-York-City-T-Shirt zum figurschmeichelnden, konservativen Streifenanzug erhöhen die Erfolgschancen bei den Damen nur unwesentlich. Immer kommt er etwas unbeholfen und linkisch daher. Eigentlich eine tolle Aufgabe für den bekannten Theater-, TV-, und Filmschauspieler! Selbiges gilt auch für die Doppelrolle von Sabine Kaack. Als Elaine Navazio darf sie sich draufgängerisch, mit schwarzer Perücke und schrecklichem Raucherhusten inszenieren und überdeutliche Griffe an den Mann bringen. Später schlüpft sie als melancholisch-depressive Jeanette Fisher ins altmodisch-elegante Chanelkostüm mit Designertasche als Schutzschild vor eventuellen Angriffen, die aber so gut wie gar nicht passieren. Dafür wird ausführlich philosophiert über "anständige, sanfte und liebevolle Menschen".

Marie Anna Suttner hopst munter und leicht bekifft im Glitzerhöschen als süßes, etwas wirres Pop-Mäuschen Bobbi Michele durch das gelungene Bühnenbild von Zoltan Labas. Zwischen Plüschtelefon, Spiegel und Tiffany-Lämpchen, einladender Kuschelcouch und kühlmetallenem Stehventilator kochen die sommerlichen Temperaturen hoch.

Wohlwollender Beifall


Die Inszenierung von Ulrich Stark hält leider nicht mit. Leichte Theaterkost mit Witz und Schwung ans Publikum zu bringen ist doch recht schwer. Wenn laute Gähngeräusche aus dem Parkett ans Ohr dringen, dafür mancher Text von der Bühne diesen Weg nicht deutlich findet, dann ist das schon ein schlechtes Zeichen. Gut, man will ja kein Spielverderber sein. Nach der Pause nimmt das Stück etwas an Fahrt auf. Die Performer legen sich mehr ins Zeug, das Publikum verabschiedet sich mit wohlwollendem Beifall.

Weiden. Wie die CSU-Haushaltspolitikerin Petra Dettenhöfer mitteilte, hat der zuständige Landtagsausschuss auf Antrag der CSU-Fraktion am Donnerstag bewilligt, das Landestheater Oberpfalz (LTO) im Jahr 2017 mit 30 000 Euro zusätzlich zur bestehenden Förderung zu unterstützen. Auch die Luisenfestspiele Wunsiedel werden im kommenden Jahr mit einem deutlich höheren Zuschuss rechnen können. Insgesamt steigt der Haushaltstitel um 130 000 Euro an. Die Landtags-CSU erkennt damit eine schwierige Übergangsphase an, in der sich beide Kulturträger derzeit befinden. Mit den zusätzlichen Finanzmitteln sollen die Einrichtungen weiter gestärkt werden. "Die wichtige Rolle des Landestheaters für die Oberpfälzer Kultur würdigen und stärken wir damit", betont die Politikerin.

Wettbewerb zum Thema Religion

Hamburg. (KNA) Unter dem Motto "Gott und die Welt. Religion macht Geschichte" steht der diesjährige Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten. Bis zum 28. Februar können Beiträge eingereicht werden, wie die ausrichtende Körber-Stiftung am Donnerstag in Hamburg mitteilte. Damit seien alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland unter 21 Jahren aufgerufen, auf historische Spurensuche zu gehen. 550 Geldpreise auf Landes- und Bundesebene seien ausgelobt. Die Ausschreibung läuft seit 1. September.

"Das Thema zielt mitten hinein in das, was viele Menschen aktuell bewegt", sagte Bundespräsident Joachim Gauck. "Es trifft auf eine lebhafte Debatte über den Umgang der Religionen miteinander, über ihre Bedeutung und ihren Einfluss auf unser Zusammenleben." "Religion ist für die Geschichte ein wichtiges Thema, obwohl es im Geschichtsunterricht oftmals zu kurz kommt", erläuterte die Programmleiterin der Körber-Stiftung, Carmen Ludwig.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.