KoOnzert mit dem Kammerorchester Sinfonietta
Herausforderungen brillant gemeistert

Mit einem außergewöhnlichen Jahreskonzert überzeugt die "Sinfonietta" in der Amberger Schulkirche. Bild: Steinbacher

Wenn Bernhard Müllers mit seinem Kammerorchester "Sinfonietta" Amberg zum Konzert einlädt, dann kann man Besonderes erwarten. So wurde auch das Konzert in der sehr gut besuchten Schulkirche mit festlicher Musik von Tschechisch-Böhmischen Komponisten ein eindrucksvolles Erlebnis.

Etwa 20 Musiker bildet die "Sinfonietta", die sich in Bestbesetzung zeigt. Geführt vom Konzertmeister Daniel Giglberger, der im renommierten Münchner Kammerorchester spielt, ergänzt durch zwei prächtig disponierte Oboen und zum barocken Glanz erhoben durch strahlende Trompeten, präsentiert sich das Orchester unter Leitung von Bernhard Müllers in oft begeisternden Interpretationen. Johann Caspar Ferdinand Fischer (1662-1746), Frantisek Xaver Brixi (1732-1771) und Pavel Josef Vejvanovsky (1633-1693) - das sind Namen, die im Musikleben gut bekannt sind. Jan Dismas Zelenka (1679-1745) und Josef Myslivecek (1737-1781) sind dagegen kaum mehr bekannt, obwohl sie höchst originelle und unkonventionelle Werke komponiert haben.

Virtuose Sätze


Müllers stellt an den Anfang des Konzertes die Suite aus "Le Journal du Printemps" von J. C. F. Fischer. Schon hier glänzt die "Sinfonietta" mit den Qualitäten, die das ganze Konzert prägen. Sauber und geschmeidig spielende Streicher, vom Konzertmeister engagiert geführt, harmonieren prächtig mit brillanten Oboen und dem strahlenden Klang der Trompete. Sowohl in den virtuosen Sätzen von Ouvertüre, Marche und Chaconne, wie auch im schwebenden Charakter von "Air" und "Rigaudon", beeindruckend sind das homogene Spiel und die klare strukturelle Gestaltung.

Auch im 2. Stück, Hispocondrie a'7 concertanti von Zelenka, fesseln die Musiker durch ihr engagiertes Spiel. Toll die Oboen mit Bernhard Müllers als "Primus inter pares" in der Korrespondenz zwischen Oboen und Streichern, bewundernswert die flirrenden Läufe der Holzbläser und Streicher, die stets wieder in melodiöse Linien münden, prägnant die Gestaltung der originellen harmonischen Wendungen. Dieses "unbekannte" Werk ist eine echte Entdeckung.

Ein musikalischer Höhepunkt ist das Orgelkonzert von Brixi, bei dem Müllers den Solo-Part an seiner Truhenorgel spielt. Mit strahlenden Trompetenklängen beginnt das Werk bevor die Orgel mit filigranen, höchst virtuosen Läufen den Charakter prägt. Das dezent spielende Orchester ist dabei idealer Partner. Im ruhigen 2. Satz verblüfft die Orgel durch originelle Registrierung in diesem "Andante molto", das in der ausgewogenen Interpretation von Solo-Instrument und Streichern eine starke Gestaltung erfährt. Mit festlichen Trompeten, einer virtuos-brillanten Orgel und einem mit Leidenschaft spielendem Orchester endet dieses Orgelkonzert glanzvoll.

In der 3-sätzigen Sinfonie von Myslivecek kann das Orchester erneut seinen hohen Standart ausspielen. Beweglich, mit virtuosen Herausforderungen an Streicher und Oboe erklingt der 1. Satz, ein schönes, sensibles Spiel macht den 2. Satz lebendig und mit strahlenden Klängen endet der kurze, bewegte Schlusssatz.

Den besonderen Schluss bildet von Vejvanovsky die Serenade für vier Trompeten, Pauken, Streicher und Basso Continuo. Im "Impressus" im Marsch-Duktus wechselt Bläser-Brillanz mit elegant und mit Emotion gespielten Streicher-Stellen ab, wobei die jeweiligen Übergänge bemerkenswert nahtlos erfolgen. Einer gemessen schreitender Sarabande gibt die Oboe mit den Streichern den besonderen farblichen Reiz.

Eleganter Schluss


Ein interessantes Menuett, in dem wiederum der Wechsel zwischen Bläsern plus Pauke mit Streichern plus Oboe eindrucksvoll zum Klingen kommt, wird von den Streichern zu einen eleganten Schluss geführt. In der abschließenden Gique vereinen sich die vier Trompeten mit dem gesamten Orchester zu einem fulminanten, glanzvollen Abschluss. Großer Beifall, eine Zugabe, Dank von Müllers an seine Akteure: Es ist das erwartete außergewöhnliche Jahreskonzert der "Sinonietta".
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