Kunststudenten stellen im Kombinat aus
Diskussion ums Lieblingsobjekt

Dieses Bild von Ulrich Keineder sorgte bei der Vernissage für lebhafte Diskussionen. Viele der Besucher sahen in diesem Werk ihr Lieblingsobjekt - aber nicht alle. Bild: Steinbacher
 
Junge Leute, die an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg studieren, stellen ihre Werke noch bis Ende des Monats im Kunstkombinat an der Neustift aus. Die Baumarkt-Eimer sind übrigens nicht vergessen worden, sondern Teil der Präsentation. Bild: Hartl

A.K.T.-Vorsitzender Hans Graf hatte es bei der Vernissage im Kunstkombinat diesmal recht leicht. Brauchte er doch die mehr als zwei Dutzend jungen Künstler der Klasse von Thomas Hartmann an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg nicht einzeln vorzustellen.

Von Johann Frischholz

Amberg. Die Aufgabe, die Exponate zu bewerten, übernahm Norbert Wartig aus Berlin. Einige Werke der Nachwuchskünstler charakterisierte er mit knappen und prägnanten Worten. Dabei stieß er allerdings nicht immer auf die einhellige Zustimmung des Publikums.

Brigitte Netta ein Fan


Ein grobformatiges, in geheimnisvollem Dunkel gehaltenes Bild von Ulrich Keineder behandelte er ein wenig stiefmütterlich - oder besser stiefväterlich. Eine beträchtliche Anzahl der Besucher konnte und wollte der Auffassung des Autors und Filmemachers allerdings nicht folgen. So kam es zu lebhaften Diskussionen über das Bild, das viele zum "Lieblingsobjekt" in der Präsentation auserkoren hatten, darunter auch Bürgermeisterin Brigitte Netta.

Aber die Ausstellung mit dem Titel "Richtige Malerei, richtige Farben, alles richtig" sollte ja kein Wettbewerb mit Siegern und Verlierern werden. Denn alle teilnehmenden Studenten - vom Erstsemester bis zum Absolventen waren alle Stadien der Ausbildung dabei - können sich als Gewinner betrachten, die von ihrem sichtlich stolzen Professor Thomas Hartmann ausgewählt wurden, um ihre künstlerischen Fähigkeiten und auch die Qualität ihrer Ausbildung einem größeren Publikum zu präsentieren. Dem Professor und seinen Schülern ist es gelungen, trotz aller Eigenheiten und individuellen Neigungen eine gewisse Homogenität in die Schau zu bringen. Obwohl unterschiedlich ausgeprägte Stilrichtungen vorherrschten und manche Werke eine derartige Originalität aufweisen, dass sie sich einer Zuordnung zu einer bestimmten Gattung entziehen, war doch ein gemeinsamer Nenner zu erkennen - der eines Lehrers, der seinen Schülern den Weg zeigt, aber nicht unbedingt auf der Einhaltung desselben besteht.

Hans Grafs Mantra "Kauft Kunst!" mit dem Zusatz "so günstig bekommt ihr sie nie wieder" hat seine volle Berechtigung. Denn die ausgestellten Exponate - abstrakt, abstrahiert oder gegenständlich, klare Wege erkennen lassend oder noch nach dem eigenen suchend - zeugen von einem hohen Maß an Fantasie und Kreativität. Und so wie Militaristen gerne bemerken, dass jeder Rekrut den Marschallstab im Tornister trägt, so hat jeder der jungen Damen und Herren die Meisterschaft auf der Palette. Sie haben alles richtig gemacht, wie sie es im Motto angekündigt haben.

Aber Kunst besteht nicht nur in Gemälden, Zeichnungen oder Skulpturen und Plastiken. Es gibt auch eine vergängliche Unterart, die nur im Augenblick zu genießen ist und nur so lange hält, wie sie der Betrachtende im Gedächtnis bewahrt - die Performance-Art. Eine solche zeigte die junge Chinesin Su Xià. Unter ausstoßen von sich steigernden Variationen der Silbe "nga" stellte sie die Stufen der Annäherung an die moderne Kunst recht eindrucksvoll dar.

Noch bis 30. Juli


Diese Performance war allerdings nur bei der Vernissage am Freitagabend zu sehen, ein einmaliges Erlebnis also. Die anderen Werke der Bildenden Kunst sind noch bis Samstag, 30. Juli, jeweils Freitag und Samstag von 15 bis 18 Uhr im Kunstkombinat, Neustift 47, zu sehen.
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