Lesung mit Julia Stemberger
Es weihnachtet schon schön

Julia Stemberger las die Texte, Helmut Jasbar steuerte die passende Musik dazu bei. Den Besuchern in der Stadtbibliothek gefiel's. Bild: gf

Dass eine Weihnachtslesung nicht zwangsläufig andächtig und besinnlich sein muss, bewiesen Schauspielerin Julia Stemberger und Gitarrenvirtuose Helmut Jasbar in der Stadtbibliothek. Den Künstlern aus Wien gelang es, mit dem Mix aus Gelesenem und Gespielten die Zuhörer zu begeistern.

Von Marielouise Scharf

Amberg. Mit der Adventslesung "Es weihnachtet schön" hat Bibliotheksleiterin Bettina Weisheit ins Schwarze getroffen. Zwei aufregende Künstler, spannend heitere Texte, gelungenes Ambiente und ein volles Haus - was will man mehr? Kerzen, Sterne, Adventskranz, Glühwein und Cupcakes, "Adventwunder" von Trude Marzik und "Weihnachtsdackel" von Herbert Rosendorfer - es herrschte entspannte Weihnachtsstimmung.

Julia Stemberger las die Texte nicht nur, sie spielte sie regelrecht. Mit so viel stimmlichem Können, so viel Humor und Tiefsinn, dass die etwas anderen Weihnachtsgeschichten und ihre Figuren regelrecht zu leben begannen. Im Laufe der Karriere hat sie in den verschiedensten Genres von Drama über Thriller und Komödie bis zur Literaturverfilmung immer wieder ihre schauspielerische Vielseitigkeit unter Beweis gestellt. Mit einer Vielzahl von Soloabenden und musikalischen Lesungen tourt sie durch Österreich und Deutschland.

Im schulterfreien Kleid saß sie am Tisch, das Haar aus dem aparten Gesicht gekämmt, ein Blatt mit dem Gedicht "Advent" von Loriot in der Hand. "Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken, Schneeflöcklein leis herniedersinken ..." Was so lieblich und hold mit der Försterin begann, das endete ganz fürchterlich: "In dieser wunderschönen Nacht hat sie den Förster umgebracht ...", las die Stemberger, aber so charmant, mit soviel Augenzwinkern und doch mit dem nötigen Ernst, dass es unter die Haut ging. Vorher schon stellte sie dem geneigten Publikum "Adolar von Königsbrunn" vor, den Dackel, der beinahe am Heiligen Abend die Familie Besenrieder zerfleischt hätte.

Und Herrn Schraffelhuber lernte man kennen, der seinen Buben nur Nützliches unter den Baum legen will. Vom Adventswunder konnte sie auch berichten, als plötzlich alle Welt freundlich und fröhlich miteinander umgeht. Wie heißt es da im schönsten Wienerisch am Schluss? "Es weihnachtet sehr - aber nur a paar Tag und des is des Malheur!"

War eine Geschichte zu Ende, griff Helmut Jasbar virtuos in die Saiten. Er ist ein Könner, einer der eigenwillig mit bekannten Weisen spielt. Als Gitarrist zählt er zu den Pionieren des Musikstils, der heutzutage World Music genannt wird. So klangen die nach jedem Text eingestreuten Melodien wie Interpretationen österreichischer Lieder - mal spanisch, immer spritzig und sehr humorvoll, wie auch der erste Titel: "Du, der Wein und I - ein Trio voll Harmonie!"

Die Künstler gaben ein perfektes Duo, das mit Können, Humor und gut gewählten Titeln glänzte. Viel Beifall für die gelungene Abschlussveranstaltung in der Bibliothek.
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