Lisa-Marie Holzschuh und Andreas Feyrer in St. Konrad
Orgel und Querflöte ziehen Zuhörer in ihren Bann

Andreas Feyrer an der Orgel und Lisa-Marie Holzschuh an der Querflöte begeisterten mit ihrem Konzert in St. Konrad gut 200 Besucher. Bild: u

Ammersricht. Johann Sebastian Bach gilt als Meister des Barock, Charles-Marie Widor als Vater der Orgelsymphonie der französischen Romantik. Am Sonntag gelang es Andreas Feyrer (Orgel) und Lisa-Marie Holzschuh (Querflöte) hervorragend, mit Werken dieser beiden Komponisten gut 200 Besucher in der Ammersrichter Pfarrkirche St. Konrad 75 Minuten lang in ihren Bann zu ziehen.

Warme Flötentöne


Lisa-Marie Holzschuh, Abiturientin des Max-Reger-Gymnasiums und Landessiegerin beim Wettbewerb des Nordbayerischen Musikbundes, verzauberte mit ihrem warmen Flötenton. Kirchenmusiker Andreas Feyrer entlockte seinem Instrument als Begleiter zarte Töne, während er bei der Widor-Symphonien die unglaubliche Klanggewalt der Sandtner-Orgel präsentierte. Gleich zum Einstieg überzeugten die beiden mit einem Largo aus einem Konzert für zwei Violinen von Bach. Andreas Feyrer hatte diese Stimmen als Duett zwischen Querflöte und der "Flute harmonique" der Sandtner-Orgel arrangiert. Als zweites Stück erklang die Toccata in d-Moll - das wohl bekannteste Orgelstück europäischer Kunstmusik.

Zu einem Höhepunkt der Bach-Werke geriet das Präludium in Es-Dur. Eigentlich für Orgel solo komponiert, hatte Feyrer es für Orgel und Querflöte umgeschrieben. In ihrer kurzweiligen Moderation stellten die beiden Musiker die drei Themen vor, die die Trinität Gott Vater, Sohn und Heiligen Geist darstellen. Damit regten sie an, die Themen im Verlauf des Stücks wiederzuerkennen.

Widor schätzte Bach so sehr, dass er im hohen Alter als Hommage eine bearbeitete Sammlung mit dem Titel "Bachs Memento" mit bearbeiteten Bach-Werken herausgab. Im Konzert erklangen daraus ein Siziliano sowie ein Marsch der Nachtwächter. Darin enthalten ist das berühmte "Wachet auf, ruft uns die Stimme". Die Besucher bekamen Kerzen, bedruckt mit der Sandtner-Orgel, die bei diesem Stück entzündet wurden.

Gewaltige Orgelsymphonie


Vor den Symphonien erklang die träumerische und meditative Improvisation "Hypnosis" des Engländers Ian Clarke. Die beiden Musiker waren sich zwar einig, dass Bach und Widor für ein abendfüllendes Konzert ausreichen. Sie waren von dem Stück aber so begeistert, dass sie es unbedingt spielen wollten. Es beginnt sehr ruhig und baut sich auf bis in die höchste spielbare Lage der Querflöte. Mit unglaublich schnellen, virtuosen Läufen zeigte Lisa-Marie Holzschuh ihr Ausnahmetalent.

Widor ließ sich von den revolutionären Instrumenten des Orgelbauers Aristide Cavaillé-Coll und durch Richard Wagners Orchester zu seinen gewaltigen Orgelsymphonien inspirieren. Zu hören war das "Andante Cantabile" der 4. Symphonie: Das Publikum war von Lisa-Marie Holzschuhs einfühlsamen Flötentönen förmlich hingerissen. Ein Glanzpunkt ist das "Allegro" aus der 6. Symphonie. Mit vollgriffigen Akkorden, Doppelpedal und schnellen Läufen zeigte Andreas Feyrer, wie Widor die Möglichkeiten der Orgel ausschöpfte. Bevor als furioser Abschluss die berühmte Toccata von Widor erklang, spielten beide "Ladies in Lavender" von Nigel Hess.

Ein begeistertes Publikum, langanhaltender Applaus und stehende Ovationen waren der Lohn für die Künstler. Die verabschiedeten sich mit Bachs "Air" als Zugabe. Feyrer betonte, dass die wunderbare Orgel ohne Pfarrer Michael Jakobs Einsatz nicht in Ammersricht wäre. Er sei glücklich und dankbar, als Kirchenmusiker darauf spielen zu dürfen.
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