Ludwig Schmitt und Anna Bürk geben Konzert in Pfarrkirche St. Konrad
Sanft, aber auch romantisch

Mit sanften und romantischen Orgelklängen sowie Gesang überzeugten Sopranistin Anna Bürk und Organist Ludwig Schmitt beim Konzert in der Ammersrichter Pfarrkirche St. Konrad. Bild: u

Ammersricht. Im Februar vergangenen Jahres gastierte Ludwig Schmitt erstmals in der Pfarrkirche St. Konrad. Mit festlichen Werken von Bach, Jones und Renner demonstrierte er damals eindrucksvoll die ganze Klanggewalt der Sandtner-Orgel. Beim Konzert im Mai, das er am Sonntag mit der Sopranistin Anna Bürk gab, dominierten nicht die festlichen, pompösen Klänge. Schmitt zauberte - mit Ausnahme der "Intrada" von Robert Jones - eher sanfte, warme Klänge aus den zarten Registern der Orgel und begleitete einfühlsam Anna Bürks Gesang.

Zum Lobpreis Mariens


Die gut 120 Besucher erlebten eine über weite Strecken romantische Konzertstunde, in deren Programm die Künstler bewusst eine Reihe geistlicher Gesänge und einige Stücke zum Marienlobpreis aufgenommen hatten. Dabei ließen Bürk und Schmitt insbesondere die beiden bekannten "Ave Maria" von Franz Schubert und Charles Gounod zu eindrucksvollen Höhepunkten werden. Nicht fehlen durften Orgel- und Gesangsstücke zu Ehren von Max Reger, dessen Todestag sich am 11. Mai zum 100. Mal jährte. Besondere Wärme strahlten die geistlichen Gesänge des Engländers Colin Mawby aus: "Der Herr segne und behüte euch", "A Celtic Blessing" und "Ave Maria": Bürks glockenhelle Sopranstimme mischte sich im Kirchenraum wunderbar mit den warmen Orgelklängen, mit denen Schmitt bewies, dass die Sandtner-Orgel auch bei leisen Klangfarben sehr viele Variationsmöglichkeiten bietet.

Ausgezeichnet gelangen dem Organisten die beiden Sätze "Arioso" und "Intrada" aus dem Orgelzyklus "Collage" des englischen Kirchenmusikers Robert Jones. Beim "Arioso" brachte er mit dem überblasenden Flötenregister "Flute harmonique" eine Sanftheit zu spüren, die unter die Haut ging. Bei der "Intrada" mit ihrem festlichen Charakter kamen die Zungenstimmen der Orgel kräftig zum Tragen. Perfekt abgestimmt präsentierten sich Organist und Sopranistin bei den "Biblischen Liedern" von Antonin Dvorak. Bei "Gott ist mein Hirte" bewies Bürk ihr stimmliches Können vom Pianissimo bis ins Fortissimo. Ludwig Schmitt bildete mit Hilfe des Schwellers der Orgel beides gekonnt nach. Die andächtige Atmosphäre wurde aufgelockert durch das eher beschwingte "Herr mein Gott, ich will dir singen".

Streben nach mehr Klarheit


Max Reger strebte in den letzten Jahren seines Lebens mehr Klarheit in seinen Orgelwerken an und entwickelte die Form der Choralbearbeitung von Johann Sebastian Bach weiter. Aus dieser Schaffensperiode waren die Choralvorspiele "Ach bleib mit deiner Gnade" und " Wer nur den lieben Gott lässt walten" zu hören.

Sehr gut in den Rahmen passten die Marienlieder "Eja Christe Jesu" und "Marienkind" aus der Feder des Max-Reger-Schülers Joseph Haas und "Doch der Herr, er leitet die Irrenden recht" aus "Zwei geistliche Lieder" von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Am Ende schlossen die Künstler den Kreis der Mariengesänge. Bürk interpretierte - von Schmitt einfühlsam begleitet - das dem italienischen Komponisten Giulio Caccini zugeschriebene "Ave Maria", das ausschließlich die beiden Worte "Ave Maria" enthält.
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