Luft - sichtbar und hörbar

Eines der Werke der Luft-Bildhauerei von Wilhelm Koch. Bild: hfz
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
13.01.2016
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Seit dem 3. Juni 2006 ist es geöffnet. Seitdem bietet es weltweit einzigartige Schauräume rund um das Thema Luft. Für das Jubiläumsjahr hat sich das Luftmuseum schon jetzt einiges einfallen lassen.

In den vergangenen neun Jahren hatte das Luftmuseum laut Pressemitteilung internationale Aussteller aus Kanada, Japan, Niederlande, England, Finnland, Slowenien, Österreich, Schweiz, Frankreich und Italien zu Gast. Verzeichnet wurden in dieser Zeit zirka 90 000 Besucher. Rund 1000 Führungen für Erwachsene, Schulklassen, Kindergärten gab es. Abgehalten wurden rund 160 Kindergeburtstage und etwa 80 Luftsamstage zur Kunstvermittlung.

Vorträge und Live-Musik


Neben neun Luftboottreffen gab es noch über 75 Wechselausstellungen (jährlich mindestens acht Sonderausstellungen) im Erdgeschoss und in der gotischen Hauskapelle. In der Einrichtung waren nicht nur Vorträge über zeitgenössische Architektur und aktuelles Design, sondern auch ein individuelles Live-Musikprogramm. "Im weltweit einzigartigen Luftmuseum wird Luft sichtbar und hörbar, erlebbar und begreifbar", heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Träger des Luftmuseums ist seit Beginn an der Verein Luftmuseum, an dessen Spitze seit 2015 die drei Vorsitzenden Roland Wochnick, Oskar Lottner und Wilhelm Koch stehen. Das kulturelle Leuchtturmprojekt finanziert sich durch ehrenamtliche Lufthelfer, Eintrittsgelder, Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sponsoren. Ausgezeichnet wurde das Luftmuseum unter anderem mit "Sei ein Futurist" für das museumspädagogische Konzept der Luftlehrerinnen im Fliegenden Klassenzimmer, dem Förderpreis der Internationalen Bodenseekonferenz für innovative Kulturvermittlung (2009) und dem Siemens-Förderpreis der Metropolregion Nürnberg (2013).

Vierte große Luftnacht


Für das Jubiläumsjahr bereitet die Einrichtung eine kulturgeschichtliche Themenausstellung vor, die sich dem Schweben widmet. Außerdem gibt es das zehnte Luftboottreffen mit Luftmuseumsfest und die vierte Luftnacht im September.

Museumsgründer Wilhelm Koch stellt Luft-Bildhauerei ausZwei Sonderausstellungen organisiert das Luftmuseum anlässlich seines zehnjährigen Bestehens. Eine davon zeigt Arbeiten von Wilhelm Koch, dem Gründer des Museums. Seine Luft-Bildhauerei zeigt er von Samstag, 30. Januar, bis Sonntag, 22. Mai. Bei der Vernissage am Samstag, 30. Januar, um 19.30 Uhr übernimmt Professor Dr. Volker Fischer die Einführung.

Kochs künstlerische Passion ist die Luftbildhauerei. Schon während seines Studiums in Würzburg, München und Frankfurt begann er, pneumatische Skulpturen aus Gummischläuchen zu entwickeln. Kochs Pneu-Objekte sind fast immer großformatig, zum Teil auch begeh- und benutzbar. Die Gummischläuche bekam der Künstler oft kostengünstig oder umsonst. Koch fasst die organische Weichheit des Gummis in harte Metallrahmen und-flächen. Geometrisches und Organisches treffen aufeinander, ergänzen und widersprechen sich, kommentieren sich gegenseitig. Über die Jahre entstanden performanceartige Klangaufführungen, architektonische Projekte und Luftmaschinen.

Manche dieser Gestänge-Arrangements mit Gummiknoten, -gelenken und -laschen wirken wie Demonstrationsmodelle von Bau- oder Gerüstfirmen, Heizungs- oder Lüftungssystemen. Ebenfalls am Samstag, 30. Januar, um 19.30 Uhr wird die Ausstellung "Airlines - Vogelspuren in der Luft" mit Iskiographien von Lothar Schiffler aus München eröffnet. Wer kennt nicht die Sehnsucht, wie ein Vogel durch die Luft zu gleiten? Meist bleibt nur das Staunen über die Eleganz des Adlerfluges oder die Tollkühnheit, mit der Mauersegler über den Himmel jagen.

Mit einem komplexen video- und phototechnischen Verfahren zeichnet Schiffler die Schönheit dieser Vogelspuren in der Luft aus Tausenden von Einzelbildern nach. Im Gegensatz zur Fotographie (Schreiben mit Licht) bezeichnet er dieses Verfahren als Iskiographie (Schreiben mit Schatten). Die faszinierendsten Iskiographien des Projekts Airlines zeigt er zum ersten Mal in einer Einzelausstellung in der gotischen Hauskapelle des Luftmuseums.
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