Malerei und Grafik von Udo Eisenacher und Waldemar Franz Rösch im Amberger Kunstverein A.K.T.
Ein spannender Kontrast der Stilmittel

Amberg in der Oberpfalz
04.08.2010
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Der Amberger Kunstverein zeigt derzeit in einer Ausstellung Bilder von Udo Eisenacher und Waldemar Franz Rösch. Beide Künstler leben in der südthüringischen Stadt Meiningen. So weit zu den Gemeinsamkeiten. Völlig unterschiedlich jedoch sind ihre Malereien und Grafiken. Technisch und konstruiert erlebt man die Werke von Rösch. Organisch gewachsen wirken die Arbeiten von Eisenacher. Ein spannender Disput, der neugierig macht.

Udo Eisenacher wurde 1953 in Steinfeld (Thüringen) geboren. Er besuchte die Kunsthochschule Dresden, seit 1983 ist er freischaffender Künstler in Meiningen. Unter anderem in Berlin, Erfurt, Köln, Bonn, Augsburg, Würzburg und Kassel war er bereits mit Ausstellungen erfolgreich.

Mit erdigen Farben und energischem Pinselstrich erschafft er seine Bildwelten. Er legt breite Spuren, trägt in Schichten auf und formt aus lehmigem Farbspektrum dunkle Schattenfiguren, die Geschichten erzählen. "Totengräber" oder "Verlierer und Gewinner" mit Mauer und Kreuzchen in Ockergelb.

Eigenwillige Sprache

Eine Anspielung auf deutsche Zeitgeschichte, auf Erlebtes und Erfahrenes vielleicht? Eine eigenwillige, eindringliche Bildsprache hat er entwickelt, der Künstler aus Thüringen, der auch mit fünf sehenswerten Farbholzschnitten und drei "Selbstgesprächen" auf Bütten mit Mohnblume oder Lilie in der Ausstellung präsent ist.

Pendelndes Auge

Waldemar Franz Rösch indes ist gebürtiger Amberger, Jahrgang 1948. Sein Studium absolvierte er an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg bei den Professoren Wendland und Dollhopf. Man kennt seine Arbeiten in Amberg, Nürnberg, Schweinfurt, Würzburg, Paderborn, Meiningen, Kleinsassen und Budapest.

In die Amberger Ausstellung hat er Bilder mitgebracht, die wie Schaltpläne, Konstruktionsvorschläge für Labyrinthe oder Stahlwerke wirken. Im Chaos von Linien zwischen Hellgrün und Rosa flirren die Funken.

Wie elektrisiert pendelt das Auge durch das Hochspannungs-Gewirr der Acryl-Pigmente. Manches wirkt impulsiv und schnell entschlossen, anderes wie lange überlegt. So sind zwischen eckiger Geometrie auch erholsame, runde Positionsbestimmungen zu finden in den ausnahmslos namenlosen Bildern. Ein spannender Disput zweier unterschiedlicher Künstler.

Malerei und Grafik von Udo Eisenacher und Waldemar Franz Rösch, noch bis 28. August in der A.K.T.-Galerie, Viehmarkt 4, in Amberg. Die Öffnungszeiten: Freitag von 15 bis 18 Uhr und Samstag von 13 bis 18 Uhr.
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