Max-Reger-Gymnasium brilliert mit Adventskonzerten
Zeit für Gänsehaut

Der Unterstufenchor sang Adventslieder unter Leitung und Klavierbegleitung von Wolfgang Herrneder. Bilder: gf (3)

Es waren gleich mehrere große Auftritte für das Max-Reger-Gymnasium - zwei davon allein in der Paulanerkirche (siehe oben). Das rund 150-köpfige Laienensemble, das sich aus Schülern, ehemaligen Abiturienten und einigen "Aushilfen" aus den Reihen der Lehrer zusammensetzte, begeisterte hier ebenso wie bei seinen Weihnachtskonzerten in unterschiedlicher Ausprägung und Besetzung in der Schule.

Beim ersten "Hauskonzert" eröffnete der Unterstufenchor den Abend traditionell mit sauber intonierten Adventsliedern, die von Studiendirektor Wolfgang Herrneder am Klavier begleitet wurden. Bewährte Gruppen, wie das Sax-Reger-Ensemble (Leitung Elke Beer), das mit Miniaturen aus Tschaikowskys Nussknacker Suite glänzte und eine fröhlich swingende Version von "Lasst uns froh und munter sein" darbot, wechselten sich mit neuen Ensembles wie dem Nachwuchs-Streichquartett ab. Letzteres zeigte mit ersten Tönen von Glucks Marsch aus der Oper Alceste schon eine beeindruckende musikalische Tiefe.

Schmettern mit Strahlkraft


Hervorragend auch die Solobeiträge: Ferdinand Stich an der Trompete, der in Guillaume Balays Andante und Allegro eine bemerkenswerte Bandbreite vom samtweichen bis zum mit Strahlkraft geschmetterten Ton aufwies, oder Konstanze Frauendorfer, die in Nölcks Ungarischem Tanz Nr. 5 mit rasanten Passagen oder abrupten Tempowechseln ihre feurige Seite zeigte. Bemerkenswerte Talente, die - obwohl noch in der Mittelstufe - in der Lage sind, Charakter und Struktur eines Werkes in Gänze zu erfassen und sehr gut wiederzugeben.

Herausragend ferner der Beitrag von Daniel Galperin: Feurig-spritzig, aber ohne belanglose Effekthascherei interpretierte er die Ungarische Rhapsodie op. 68 von David Popper. Leidenschaftliche Dramatik in ruhigeren Teilen, gefolgt von schnellen und virtuosen Sechzehntelpassagen: Die Interpretation dieses hochanspruchsvollen Werkes gelang dem jungen Musiker in bestechender Weise. Selbst Beethovens Gassenhauer-Trio, dargeboten von Jakov und Daniel Galperin, begleitet von Natalia Levitskaja, bestach durch technische Reife, Klangschönheit und musikalisches Können, das weit über Schulniveau hinausreichte.

Schwungvoll und witzig


Unter der Leitung von Ulrike Straub vereinten sich Unterstufenchor und Schulstreicher zu dem abschließenden "God rest you merry, Gentlemen" in einem interessanten Arrangement von Barrie Carson Turner. Schwungvoller breiter Streicherklang, gefolgt von witzig aufbereiteten Pizzicattopassagen für die Streicher ertönten zur klar gesungenen Melodie, die die Kinder mit erfrischendem Esprit präsentierten.

Der zweite Aufführungsabend bildete den Schluss der Konzertreihe. Begonnen wurde er mit festlicher Orgelmusik von Bach und Buxtehude, bevor die ruhigen Klänge von G. Caccinis Ave Maria in einem Arrangement für Querflöte, Violinen und Klavier besinnliche Stimmung verbreiteten. Erster kleiner Höhepunkt war der Auftritt des Streichquartetts (Leitung Studiendirektorin Maria Anna Feldmeier-Zeidler). Gewohnt akribisch gearbeitet in Intonation, Dynamik und Strich, zeigte sich nicht nur eine Summe aus Einzelaspekten, sondern eine Durchdringung des Werks, die den einzelnen Sätzen von Charles Danclas Streichquartett C-Dur mehr als gerecht wurde.

Echte Feuerwerksmusik


Erwähnenswert auch das Gitarrenduo Eric und Robin Engel, die vor allem in Hindemiths Rondo für zwei Gitarren virtuose Technik mit musikalischer Brillanz und selbstverständlicher perfekter Abstimmung verbanden. Das Blechbläser-Ensemble (geleitet von Studienrat Thomas Prechtl) brachte vor der Pause festliche Stimmung ins klingende Foyer. Es ließ Händels Feuerwerksmusik in einer Bearbeitung von Hans Zellner mit klarer Intonation und eleganter Tongebung erstehen.

Ein äußerst schwieriges Werk, ein Trio von Johannes Brahms, hatten sich die Oberstufenschüler Franziska Rosemann (Violine), Jonas Seitz (Horn) und Vera Beschorner (Klavier) vorgenommen: Sie zeigten gut abgestimmtes, feinfühliges Musizieren auf höchstem Level. Beschwingt beendete das Querflötenorchester (Leitung Iwona Simonides) mit dem feinfühlig am Schlagzeug agierenden Niklas Ciriacy mit dem "Sleigh Ride Samba" von Leroy Anderson, arrangiert von Calvin Custer, den Abend.

Hohe Einsatzbereitschaft


Dieser Konzertreigen mit drei unterschiedlichen Programmen legte einmal mehr Zeugnis von der Qualität musischer Bildung am Max-Reger-Gymnasium ab. Hohe Einsatzbereitschaft bei Schülern und Lehrern - oft genug liegen Proben außerhalb der Schulstunden -, Flexibilität, Einfühlungsvermögen, Disziplin, Fleiß und Motivation führten zu diesen Sternstunden, die bei manchem Zuhörer für Gänsehautmomente sorgten.

Intensive Probenwoche für das Oratorium in WaldmünchenDas Weihnachtsoratorium in der Paulanerkirche war ein ehrgeiziges Projekt für das MRG. Nicht zuletzt deshalb, weil beide Konzerte von zwei unterschiedlichen Dirigentinnen geleitet wurden. So schwang am ersten Abend Maria Anna Feldmeier-Zeidler den Taktstock, die auch für die Einstudierung des Instrumentalparts mit dem Orchester verantwortlich war, während beim zweiten Auftritt Dekanatskantorin Kerstin Schatz den Dirigierstab übernahm. Ihr oblag auch die Einstudierung der Passagen mit dem Konzertchor der Paulanergemeinde. Die Schüler hatten zuvor eine intensive Woche mit zum Teil achtstündigen Probentagen in Waldmünchen verbracht, wo sie dem Werk den letzten Schliff gaben. Für die Einstudierung des Chors war Oberstudienrätin Michaela Treese zuständig, die dabei von Studienrat Michael Meier und Manuela Spitzkopf (Stimmbildung) unterstützt wurde. Ulrike Straub, Peter Donhauser und Aleksander Huber griffen Maria Anna Feldmeier-Zeidler bei den Streicherproben unter die Arme. Erst am Tag zuvor trafen alle Ensembles für die erste gemeinsame Probe aufeinander. Ein durchaus gewagtes Unterfangen, das jedoch perfekt aufging. Beachtlich war vor allem, mit welcher Präsenz das Ensemble musizierte. So meisterten die Akteure das blitzschnelle Umschalten zwischen den rasanten Chorparts mit zum Teil sehr anspruchsvollen Koloraturen und den stimmungsvoll und feinfühlig musizierten Chorälen.
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