Mein Prechtl und ich
Bei Prechtl daheim in Langwasser

Moni Schmidt ist von der Arbeit Prechtls derart angetan, dass es ihr schwerfällt, sich für ein Lieblingsbild zu entscheiden. Rosa Luxemburg, für viele das Gesicht der Arbeiterbewegung, ist für die Sozialdemokratin, die den Künstler persönlich kennenlernen durfte, von ganz besonderer Bedeutung. Bild: Steinbacher
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
02.12.2016
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Kennengelernt habe ich Michael Mathias Prechtl Anfang der 60er-Jahre in Nürnberg. Als junge Buchhändlerin, verbandelt mit einem Feuilleton-Journalisten, verbrachte ich viel Zeit mit Künstlern, Schauspielern und Kulturschaffenden.

Durch Heiko Kistner, der Prechtl als engster Freund, Buchhändler und Galerist Zeit seines Lebens begleitete, ausstellte und förderte, traf ich den Künstler und seine Frau Frydl Zuleeg. Ich erlebte ihn in dieser Phase des Lebens als liebenswürdigen, gebildeten, überaus belesenen, klugen, kritischen und manchmal auch humorvoll-bissigen Menschen. Seine Bilder, Bücher und Plakate begeisterten mich. Längst nach Amberg umgezogen, wollte ich unbedingt eine Prechtl-Plakat-Ausstellung in der Galerie der Buchhandlung Hubert Schlegl organisieren, auch um seiner Geburtsstadt ihren großen Künstler zu präsentieren. Durch einen guten Bekannten, Jürgen Wolff, Inhaber der Galerie Plakaterie in Nürnberg, der alle Prechtl-Plakate vertrieb, wurde die Realisierung möglich gemacht.

Zur Vorbereitung habe ich das Ehepaar Prechtl-Zuleeg in seinem Haus in Nürnberg-Langwasser besucht. Beide waren auch bei der Vernissage anwesend, wofür ich bis heute dankbar bin. Ein Lieblingsbild des so vielseitigen, politischen, humorvollen, großen Künstlers zu nennen, ist nicht einfach für mich. Besonders gerne mag ich das Porträt von Rosa Luxemburg, einer Frau, die für mich schon immer Vorbild war, abgebildet in seiner "Denkmalerei". Er malte verschiedene Variationen dieser interessanten Frau. Ein anderes Bild wäre der "Astrokater Schrodinger" Aus den "Lebensansichten des Katers Murr" von E.T.A. Hoffmann. Meine "Glückskatze" Rosa sah diesem Kater sehr ähnlich. Da mich die Kunst von Michael Mathias Prechtl mein ganzes Erwachsenenleben begleitet hat, ist es für mich eine große Freude, dass er mit seiner Kunst in Amberg einen so wunderbaren Platz gefunden hat. Zwar spät, aber sehr, sehr schön.

Die Autorin

Moni Schmidt, Jahrgang 1943, war zehn Jahre Buchhändlerin in zwei wissenschaftlichen Buchhandlungen in Nürnberg, 17 Jahre Geschäftsführerin bei Buch und Kunst Hubert Schlegl in Amberg und 15 Jahre Produktmanagerin für Fachbücher bei Conrad Electronic in Hirschau. Sie ist in Friedens-, Umwelt- und Fraueninitiativen aktiv und saß zwölf Jahre für die SPD im Stadtrat.
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