Mitreißendes Konzert im Jugendzentrum
Heroes für mehr als einen Tag

Jack's Heroes feierten sich, ihre Fans und das irische Lebensgefühl bei einem Konzert im Jugendzentrum. Teilweise schlugen die Musiker auch nachdenkliche Töne an. Bild: Steinbacher

Drei gut Gründe hatten Jack's Heroes für ihren Auftritt im Jugendzentrum: Zum Ersten ist es fast genau fünf Jahre her, dass sie ihr erstes Konzert gaben. Zweitens haben sie grade ihre dritte CD fertiggestellt. Und - das ist ganz besonders wichtig - Geiger Edi ist nach längerer krankheitsbedingter Abstinenz wieder dabei.

Von Johann Frischholz

Amberg. Sie sind nicht vier Musiker, die zufällig befreundet sind, sagen sie von sich, sondern vier Freunde, die gemeinsam Musik machen. Und dass sie sich blind verstehen beim gemeinsamen Musizieren mit Banjo und Fiddle, Gitarre und Mandoline, mit Tin Whistle und anderen Instrumenten von der Grünen Insel, stellten sie bei ihrer Geburtstagsfeier einmal mehr unter Beweis. Davon, dass dies aber auch hart erarbeitet ist, konnten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer im Alten Klärwerk überzeugen, als per Band ein paar zufällig bei der allerersten Probe entstandene Songschnipsel eingespielt wurden.

In der ersten Hälfte stellten Jack's Heroes die Stücke vor, die auf der neuen CD enthalten sind, darunter traurige Weisen über das Abschiednehmen. Denn im 19. Jahrhundert waren es viele Iren, die aus Not ihre Heimat verlassen mussten, und in Ellis Island auf ihre Einbürgerung in die Vereinigten Staaten warteten.

Absurditäten des Alltags


Im zweiten Teil holten sie dann all die bekannten Irish-Folk-Nummern und Songs aus eigener Feder hervor, wie das mittlerweile bei den Fans recht beliebte "Fuckin' Friday", in dem sie von den Absurditäten des Alltags berichten. Das F-Wort im Titel wurde auch im weiteren Verlauf des Abends mehrfach bemüht. Wie gut die Helden aufeinander eingespielt sind, zeigte ihr Umgang mit einer technischen Panne. Mitten in der melancholischen Ballade von den "Fields of Athenry" fiel der Strom aus, aber die Band spielte unplugged weiter. Da musste sich das Publikum halt einfach ein wenig still verhalten, was bei dem melancholischen Stück und der nachfolgenden Londonderry Air - auch bekannt als "Oh, Danny Boy" - auch nicht besonders schwerfiel. Nachdem die Leute im Saal recht andächtig gelauscht hatten, brach der Beifall dann umso stärker los.

Auf der Setlist standen aber nicht nur klassische irischen Balladen und Trinklieder, sondern auch Stücke von Musikern aus anderen Bereichen. Und so kam das Publikum in den Genuss eines Werks des frischgebackenen Literatur-Nobelpreisträger Bob Dylan. Auch das heimatliche bayerische Idiom wurde nicht vernachlässigt. Zu einer zünftigen Geburtstagsparty gehört es dazu, dass man sich Gäste einlädt. In diesem Fall nicht nur das Publikum, sondern auch Musikerkollegen, die immer wieder mal das Quartett der Gründungsmitglieder verstärkten. Beim Pub-Hit "Whiskey in the Jar" waren plötzlich doppelt so viele Akteure auf der Bühne wie Jack's Heroes eigentlich hat - und das lag nicht am reichlich ausgeschenkten Kilkenny.

Auch Eigenkompositionen


Nach mehreren Zugaben kamen Jack's Heroes zum Höhe- und Endpunkt ihres mitreißenden Konzerts. Die Eigenkomposition "Good Luck" entstand speziell aus Anlass des fünfjährigen Bestehens. Dieser Song verfügt über Hymnencharakter, und der Funke sprang auf das Publikum über, dass es niemanden mehr auf den Stühlen hielt. Mit Standing Ovations bedachten die Fans eine Band, die bewies, dass man nicht dreistellige Beträge für Auftritte von Künstlern ausgeben muss, um ein fantastisches Konzert von begeisterten und begeisternden Musikern zu hören.
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