Organistin Iris Rieg in der Bruder-Konrad-Kirche
Stilsicher durch epochale Partituren

Der international erfolgreichen Kirchenmusikerin Iris Rieg gelang bei ihrem Konzert in der Ammersrichter Bruder-Konrad-Kirche, die Stärken der dortigen Sandtner Orgel voll auszureizen. Bild: u

Ammersricht. Majestätisch aufrauschende, tröstliche und tänzerisch beschwingte Stücke zu einem spielerisch abwechslungsreichen und stilistisch reizvollen Programm zusammenzufügen - das gelang der international erfolgreichen Kirchenmusikerin Iris Rieg bei ihrem Konzert in der Bruder-Konrad-Kirche. Über 100 Besucher spendeten am Ende begeistert Beifall für eine außergewöhnliche musikalische Stunde.

Mit barocker Orgelmusik in Form des Präludiums und der Fuge in A-Dur von Johann Sebastian Bach gelang der Kölner Künstlerin gleich ein vielversprechender Einstieg. Diesem ließ sie sechs für eine kleine barocke Orgel komponierte Variationen von Johann Pieterszoon Sweelinck über den Choral "Mein junges Leben hat ein End" folgen. Die Organistin setzte ihr Programm mit Werken aus der deutschen Romantik fort. Den Anfang machte sie mit der Sonate Nr. 3 in A-Dur von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Den festlichen Anfangs- und Schlussteil hatte Mendelssohn als Einzug für die Hochzeit seiner Schwester Fanny komponiert. Entsprechend majestätisch mit großer Klangmasse bot ihn Rieg dar. Im Mittelteil, der sehr ruhig beginnt und sich sehr dramatisch aufbaut, erklang der Cantus Firmus des Chorals "Aus tiefer Not".

Zu einem Höhepunkt geriet der Choral Nr. 3 in a-Moll von César Franck, der nach Vollendung dieses Werkes mit der Feder in der Hand verstarb. Mit souveräner Motorik und großartiger Dynamik präsentierte sie dieses zentrale Werk der französisch-romantischen Orgelmusik - zerklüftet, aufgeregt, dann singend tröstlich, ruhevoll und sich gewaltig steigernd. Von den fantasievollen Registrierungskünsten der Organistin kündete auch das "Impromptu" aus den "Pièces de Fantaisie" op. 54 von Louis Verne.

Die Sandtner-Orgel bot Rieg eine reichhaltige Palette von Klängen, die sie meisterhaft einsetzte und verschiedenartig zusammenmischte. Kontrastreich setzte sie weiche Streicherklänge, strahlende glänzende Mixturen, aber auch Solostimmen von Kornett- bis Zungenstimmen und auch Trompetenfanfaren ein. So gelang ihr eine in jeder Phase großartige Darbietung.
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