Philharmonisches Orchester gastiert
Wiener Klassik begeistert

Das Philharmonische Orchester Regensburg mit Dirigent Tetsuro Ban begeisterte in Amberg mit Werken der Wiener Klassik. Bild: Steinbacher

Die drei großen Komponisten der Wiener Klassik standen beim Gastspiel des Philharmonischen Orchesters Regensburg auf dem Programm: Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven.

Diese immer noch höchst populären Tonkünstler zogen auch mehr als 200 Jahre nach ihrem Tode das Publikum in ihren Bann und damit auch ins Amberger Stadttheater.

Zum Auftakt des gut besuchten Konzerts hatte Maestro Tetsuro Ban die "Serenata notturna" in D-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart ausgewählt. Dieses nur für Streicher und Pauken geschriebene Werk erfüllte die Erwartung der Zuhörer in Sachen Wohlklang mehr als ausreichend. Weich und gefällig zeigten sich die Saitenkünstler des Orchesters von ihrer besten Seite. Die immer wieder gern gehörten Werke des Österreichers stehen halt hoch in der Publikumsgunst. Um diese zu gewinnen, hätte es dieses kleinen Meisterwerks nicht bedurft, denn die Regensburger Musiker zeigten von der ersten Note an ein hohes Maß an Spielfreude, Transparenz und Präzision.

Glänzende Solo-Trompete


Es folgte Joseph Haydns Trompetenkonzert Es-Dur. Außer dem Solisten kamen nur die ersten Bläser der Philharmoniker zum Einsatz. Gemeinsam mit den bereits bewährten Streichern legten sie das Fundament, auf dem Jörg Altmannshofer mit seinen Künsten als Solo-Trompeter glänzen konnte. In den Allegro-Sätzen des Konzerts konnte er seine Virtuosität unter Beweis stellen und entlockte seinem Instrument strahlende Töne. Dabei schien ihm aber der zweite Satz, ein melodiöses Andante, mehr zu liegen. Hier zeigte er viel Gefühl und ließ weiche, schmeichelnde Klänge hören.

Das Dirigat von Generalmusikdirektor Tetsuro Ban stellte eine Klasse für sich dar. Der Meister aus dem Fernen Osten bevorzugt die geschmeidigen Bewegungen. Wie eine Abfolge von zu schnell geratenen Tai-Chi-Übungen mutet es an, wenn er seine Musiker mit ganzem Körpereinsatz - bis in die Fingerspitzen - anleitet. Und jede einzelne Geste wird vom Orchester aufgenommen und in Wohlklang vetwandelt.

Im zweiten Teil, der Ludwig van Beethovens 5. Sinfonie - für viele neben der 9. des Komponisten "die" Sinfonie schlechthin - gewidmet war, änderte Meister Ban allerdings den Stil. Der Dirigentenstock, auf den er vorher verzichtet hatte, war nur äußeres Merkmal. Seine Behandlung des inszwischen zu voller Größe angewachsenen Orchesters war nun um einiges strenger und fordernder, was sich aber auszahlte. Denn die Musiker folgten ihrem Leiter und brachten sich schon zu Beginn mit Vehemenz ein. Dem gelungenen "Allegro con brio" des ersten Satzes folgte ein "Andante con moto", das nichts mehr von einer Melodienseligkeit eines Mozart oder Haydn an sich hatte, sondern mit klaren stakkato-artigen und vorwärtstreibenden Rhythmen schon jetzt, im zweiten Satz, eine Ahnung des kommenden vermittelte.

Das Letzte gegeben


Heroisch vorwärts strebend, immer wieder schon ein grandioses Finale andeutend, mit anschwellenden vollem Klang, nur gelegentlichen einem kurzen Luftholen gleichenden zurückhaltenden Passagen, legte das Orchester den Weg durch die Partitur zurück und wurde von Tutsuro Ban immer wieder angefeuert, das Letzte zu geben. Nach dem Schlussakkord brach dann auch der wahrlich und wohl verdiente Applaus für das Philharmonische Orchester Regensburg und seinen Dirigenten aus.
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