Planänderung im Stadtmuseum
Heimatstern, ärgere dich nicht!

Auf dem Bild im Hintergrund schaut Michael Mathias Prechtl kritisch auf die Mensch-ärgere-dich-nicht-Spieler bei einem Turnier im Stadtmuseum. Doch er bekommt seine neue Dauerausstellung zuerst, andere berühmte Amberger wie der Erfinder des Brettspiels, "Papa" Schmid, Schönwerth, Schedl und Schweiger müssen länger warten. Archivbild: Huber
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
21.01.2016
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Klar, Michael Mathias Prechtl überlagert derzeit alles. Der große Amberger Maler bekommt im Stadtmuseum seine eigene Abteilung. Die seit einem Jahr laufende Umgestaltung dafür hat ein zweites Projekt des Museums in den Hintergrund treten lassen, das erst weit nach Vollendung der neuen Prechtl-Schau starten kann - frühestens 2017.

Der zeitliche Aufschub ist bewusst gewählt worden. Nicht vom Museum und seiner Leiterin Judith von Rauchbauer, aber von der Stadt. Sie wollte nicht beide Maßnahmen gleichzeitig oder unmittelbar hintereinander stemmen. Das scheiterte an den Kosten beziehungsweise an den nötigen Haushaltsmitteln. Der Stadtrat plädierte dafür, beide Vorhaben zu splitten und so eben auch die Ausgaben auf verschiedene Jahre zu verteilen.

Nach Prechtl weitere Stars


Während also die Prechtl-Dauerausstellung in neuen Räumen im ersten Stock am Sonntag, 17. April, offiziell Eröffnung feiert, müssen andere bekannte Amberger weiter warten. Ihnen ist der zweite Ausbauschritt gewidmet. Und zwar gleich neben Prechtl in einem eigenen Raum, der für ihr Werk gestaltet werden soll und gut in die Nachbarschaft des großen Malers passt. Denn Amberg hat bekanntlich weitere Berühmtheiten zu bieten, die derzeit konzeptionell unter dem Arbeitstitel "Heimat - Deine Sterne" zusammengefasst sind.

Gemeint sind damit zuvorderst der hier geborene Erfinder des weltweit verbreiteten Mensch-ärgere-dich- nicht-Spiels, Josef Friedrich Schmidt, und sein ebenfalls aus Amberg stammender Fast-Namensvetter Josef Leonhard "Papa" Schmid, der 1858 in München das bis heute existierende Marionettentheater gründete.

Nicht zu vergessen auch der einstige Stadtarzt Hartmann Schedl, Verfasser der gleichnamigen Weltchronik von 1493, und der Amberger Bildhauer Georg Schweiger, der um 1607 ein bekanntes Relief seines Wirkungsortes schuf. Komplett machen soll den Reigen der "Heimat-Sterne" der 1810 in Amberg zur Welt gekommene Volkskundler Franz-Xaver von Schönwerth. Aber bevor alles schön wird und die Sterne im Museum leuchten können, heißt es erst einmal warten und hoffentlich nicht "Mensch, ärgere dich nicht".

"Ständig im Wandel sein"


Erst zum Jahresende können Judith von Rauchbauer beziehungsweise das Kulturreferat frisches Geld für dieses Projekt im Haushalt 2017 beantragen. Und prinzipiell hätte die Museumschefin schon gerne, dass im nächsten Jahr "was vorwärtsgeht". Denn ein Haus wie ihres sollte immer wieder "erneuert" werden, im Grunde "ständig im Wandel sein". "Es muss ja immer wieder etwas Neues kommen, damit es nicht langweilig wird", schildert von Rauchbauer den Hintergrund.

Außerdem möchte sie die zweite neue Dauerausstellung - neben der Prechtl-Schau ein weiteres bedeutendes Standbein des Hauses - auch aus persönlicher Motivation zügig umsetzen. "Ich hoffe sehr, dass ich zum Abschluss bringen kann, was ich mir vorgenommen habe", sagt Judith von Rauchbauer mit Blick auf ihren nahenden Ruhestand.

Warten bis 2019


Das dauert zwar noch bis 2019 und ein "Maßband", mit dem sie die Tage zählt, will sich die Museumsleiterin auch nicht besorgen. Aber als eine wichtige Weichenstellung für Amberg und sein Museum würde die Chefin die fertigen "Sterne der Heimat" gerne hinterlassen.
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