Rätsel um "Mango-Stecker" gelöst
19-Jährige outet sich als Urheberin

Kultur
Amberg in der Oberpfalz
11.08.2016
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Auf einmal war da dieses Ausstellungsstück, das gar nicht auf der Exponatenliste stand. Während der "Langen Jubiläumsnacht" zur Joseph-Beuys-Ausstellung lag am Samstagabend auf einmal ein selbstgebastelter Mango-Stecker neben der berühmten Capri-Batterie des Künstlers (wir berichteten). Jetzt hat sich die Person gemeldet, die hinter der Nacht-und-Nebel-Aktion steckt: Regina Schlegel (19) aus Sulzbach-Rosenberg.

Die Art, wie er jeden als Künstler sieht, solange er sich kreativ an dem Schaffen unserer Welt und Gesellschaft beteiligt, hat mich inspiriert, auch etwas in dieser Form zu machen.Regina Schlegel

Sehr persönliche Gründe


Die Abiturientin hat sehr persönliche Gründe für die Kunstaktion und eine Botschaft, die dem großen Meister Joseph Beuys sicherlich gefallen würde. "Ich habe früher sehr viel gemalt und gezeichnet, mich inspirieren lassen von Dali, Gogh, Kahlo und Way", erzählt die 19-Jährige. Aber die Schule und ein paar private Schwierigkeiten hätten sämtliche Kreativität erstickt. "Vor kurzem habe ich einen Menschen kennengelernt, der mir viel Hoffnung gibt und meine Werke sehr schön fand. Das gab mir neuen Mut." Regina Schlegel ist vom Weltkünstler Joseph Beuys begeistert. "Er war ein Mann von außerordentlicher Intelligenz und Raffinesse", sagt sie. "Die Art, wie er jeden als Künstler sieht, solange er sich kreativ an dem Schaffen unserer Welt und Gesellschaft beteiligt, hat mich inspiriert, auch etwas in dieser Form zu machen." Die Capri-Batterie (die Glühbirne, die in einer Zitrone steckt) findet die 19-Jährige besonders interessant. "Sie bringt das Prinzip ,Creativity is Capital' einfach auf den Punkt." Deswegen habe sie es gewagt, ein Gegenstück zu schaffen, das die selbe Idee verkörpert. "Ich habe mich für eine süße Frucht mit Komplementärkontrast grün/rot mit glatter Schale entschieden, die Strom gibt und nicht verbraucht."

Mittlerweile zu weich


Regina Schlegel hat auch verraten, wann sie ihr Kunstwerk in der Ausstellung platziert hat. "Es war schon am Freitagmorgen. Ich habe die Schau sehr genossen, weil ich als erste rein durfte und die Werke in aller Stille betrachten konnte." Zwischenzeitlich habe sie immer wieder mal Angst gehabt, etwas illegales getan zu haben. Doch diese Sorge konnte Kathrin Stich von der Amberger Congress Marketing zerstreuen. Es sei ja kein Schaden entstanden. Der Mango-Stecker ist mittlerweile verschwunden. "Wir mussten ihn am Dienstag aus der Ausstellung entfernen, weil die Frucht einfach schon zu weich geworden war", erklärte Stich.
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Oliver Endres aus Amberg in der Oberpfalz | 12.08.2016 | 08:21  
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