Rolf-Fütterer-Ausstellung
Die Dagoberts auf der Suche

"Alles OK" lautet kurz und bündig der Titel der Rolf-Fütterer-Ausstellung in der Amberger Stadtgalerie Alte Feuerwache. Kein Fragezeichen, kein Ausrufezeichen, dafür aber eine Kunstschau, die Fragen stellt und auch Antworten gibt.

Es ist viel und vielschichtig, anstrengend und animierend, bunt und politisch, was Rolf Fütterer dem Betrachter selbstbewusst präsentiert: Großformatiger Plotterdruck auf Lastwagenplane, Zeichnungen mit Kugelschreibermine, Guckkastenbilder, Videoanimationen und Objekte aus verschiedenen Materialien. Der vielseitige Künstler aus Franken beherrscht sein Metier. Bei der gut besuchten Vernissage am Donnerstagabend bediente er ausdauernd und ausdrucksstark auch noch sein tiefergelegtes Digitalpiano.

Einen gangbaren Weg zur komplexen Kunst des Rolf Fütterer pflasterte sein Freund und Künstlerkollege Professor Günter Dollhopf. Im lockeren Einführungsgespräch "mit der Bitte: keine Zwischenunterbrechung seitens des Künstlers", erzählte er in drei beispielhaften Episoden seine Begegnungen mit Fütterer und mit der Staatsmacht und ihrem Anspruch auf Unantastbarkeit.

"Action-Arbeiten"


Die Kulissendrucke Fütterers seien "Action-Arbeiten", seine Bildsymbolik ist nicht Fiktion, sondern Realerlebnis und der Grundkern seiner sehr intensiven und vielschichtigen Arbeiten sei die Formfindung in der Zeichnung. Fütterer liefere keine Aufklärungsbilder, sondern hochemotionale Arbeiten.

Künstlerisch hochinteressant, spannend und vielseitig empfindet auch Bürgermeister Martin Preuss die Ausstellung. In seiner kurzen Begrüßung stellte er den Künstler vor: Rolf Fütterer, 1939 in Nürnberg geboren, ist ein freischaffender Künstler. Er studierte in den Jahren 1959 bis 1962 an der Nürnberger Akademie der Bildenden Künste als Schüler von Prof. Fritz Griebel und von 1962-1964 an der Akademie der Bildenden Künste in München. Seit 1967 ist er in Ansbach ansässig und tätig. Seine Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen bundesweit und im Ausland präsentiert. Neben der Malerei widmet sich Fütterer computergenerierten Grafiken sowie Film- und Videoproduktionen.

"Sonntag in Amberg" flimmert als bewegte Installation nach Bildmotiven von Günter Dollhopf im TV-Kasten. Daneben hängt das für die Ausstellung namengebende Objektbild "alles OK". Buchstaben in allen Größen purzeln daraus auf den Boden. Und im Computer generierten Großdruck geht es um "Fracking in Amberg". Der Horizont kippt ab, die Sicht gibt ein dunkles Loch frei, worin die Gedanken und Gefühle der Betrachter abtauchen können.

Reiche und Mächtige


Und überall regiert "Dagobert", die "reichste Ente der Welt", berühmt für ihren extremen Geiz sowie ihr riesiges Vermögen, das sie in einem Geldspeicher lagert. "Dagobert auf der Suche", "Hinterlassenschaft der Dagoberts", "Erbe der Dagoberts", "Dagobert bei der Eroberung neuer Absatzmärkte", lauten die Bildertitel. Es sind die Reichen und Mächtigen, kurz die Dagoberts, die die Welt ausbeuten und "Zimmer ohne Aussicht" zurücklassen.

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Die Ausstellung "alles OK" in der Stadtgalerie Alte Feuerwache läuft bis einschließlich 1. Mai. Der Zugang ist über den Eingang des Stadtmuseums (Zeughausstraße 18) möglich. Der Eintritt ist frei. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 11 bis 16 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr.
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