Schönwerth-Werke aktueller denn ja
Als die Oberpfalz noch wild war

Dem Amberg-Sulzbacher Publikum ist sie als OTV-Moderatorin ein Begriff: Agnes O. Eisenreich. Bild: hfz

Früher war nicht nur das Leben härter, auch die Geschichten darüber sind es. Was der gebürtige Amberger Franz Xaver von Schönwerth im 19. Jahrhundert davon sammelte, ist noch heute lesens- und hörenswert.

Amberg. Mit dem Titel "Aus der wilden Oberpfalz - Alte Geschichten neu erzählt" ist eine schaurig-schöne Lesung mit Musik überschrieben, die am Freitag, 22. Januar, um 20 Uhr in der Stadtbibliothek beginnt. Mit dabei sind drei bekannte Gesichter.

Viele Märchen, Sagen und Anekdoten aus der alten Oberpfalz sind heute nahezu vergessen, doch seit ein paar Jahren werden sie wieder belebt. Unter anderem vom Trio Agnes O. Eisenreich als Erzählerin sowie Stefan Huber und Koma Lüderitz als Musiker. Sie bringen neue Erzählungen aus alten Zeiten mit.

Mit dabei ist nicht nur die Oberpfälzer Version des Märchens von Goldmarie und Pechmarie, sondern auch das vom Pudel, dessen ganzer Hofstaat in einen tiefen Schlaf gefallen war und durch den Kuss einer mutigen Jungfrau erweckt wurde - quasi die oberpfälzische Version von Dornröschen.

In einer Pressemitteilung zur Lesung heißt es: "Schönwerth schrieb alles akribisch auf, was ihm die Oberpfälzer Dienstboten in München zutrugen oder er selbst bei Studienaufenthalten daheim erfuhr. Und er beließ es weitgehend bei der ursprünglichen Erzählweise, oft im Dialekt. Er bügelte nichts glatt oder schrieb poetische Reime in die Geschichten hinein, wie das seine Zeitgenossen, die Brüder Grimm, taten." Gerade das mache seine Sammlung so interessant und authentisch.

Die drei Akteure sind Bühnenprofis: Stefan Huber (Hemau/Kreis Regensburg) und Koma Lüderitz (München) spielen insgesamt mindestens zwölf Instrumente. Darunter so seltene wie die Handharmonika. Für den sprachlich-erzählerischen Part ist Agnes O. Eisenreich zuständig. Sie war lange Jahre Redakteurin und Moderatorin bei OTV und arbeitet jetzt für die BR-Abendschau.

Einlass ist am 22. Januar ab 19. 30 Uhr, Beginn um 20 Uhr. Der Eintritt kostet acht Euro. Schüler und Studenten zahlen drei Euro weniger.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.