Schutzzonen in der "Alten Feuerwache"

Luise Gumann (links) und Silvia Lobenhofer-Albrecht zeigen noch bis 11. Oktober unter dem Titel "Schutzzonen" aktuelle Arbeiten in der Stadtgalerie "Alte Feuerwache" in Amberg. Bild: Steinbacher

Mit Netzgeweben, Glas und Metall sind "Schutzzonen" in der neuen Ausstellung der Stadtgalerie Alte Feuerwache aufgebaut. Die Künstlerinnen Luise Gumann und Silvia Lobenhofer-Albrecht haben für die Präsentation ihrer Arbeiten in Amberg diesen Titel gewählt, wobei Eigenheiten der Stadt mit aufgenommen werden.

Eine sehr persönliche Begegnung mit der Stadt ist eigentlich nur in den Arbeiten von Silvia Lobenhofer-Albrecht zu erkennen. Sie ist in Amberg geboren und aufgewachsen, verbrachte die Schul- und Jugendzeit in der "Vilsmetropole" und fühlte Schutz wie Zwang in der Enge des "Amberger Ei's". "Sie zeigt ihre persönlichen Schutzzonen und stellt Fragen zu Kindheit, Pubertät und ihrem kreativen Werdegang", ist in der Einführung von Luise Gumann zu hören.

Gerillte "Behütungen"

Mit ihrem bevorzugten Arbeitsmaterial Glas baut sie eine Szene "Auf der grünen Wiese" auf, hebt grün gerillte "Behütungen" mit geschnittenem und geklebtem Floatglas auf das Podest und katapultiert filigrangemusterte "Leichtigkeit" im Zweischeiben-Sandwichverfahren auf Drahtspirale.

Die in Nürnberg geborene Künstlerin Luise Gumann geht andere Wege. Für ihre Netzwerk-Bilder verwendet sie Leder-, Papier- und Stoffstreifen, fügt diese im steten Auf- und Ab zusammen, klebt sie auf Leinwand, oder bettet sie in Kleistermixturen.

Eine Momentaufnahme

Wer darin eine Auseinandersetzung zum Thema Nachhaltigkeit sieht, "weil ich Materialien verwende, die ihre einstige Bedeutung verloren haben und nun wieder als kleinstes Teilchen in einer neuen Verbindung Gültigkeit finden", so hat er genauso Recht wie jemand, der darin ein Netzwerk entdeckt, so die Künstlerin. In diesen Arbeiten wolle sie "einen Augenblick, eine Momentaufnahme eines immerwährenden Prozesses des Zerteilens und Zusammensetzens zeigen". Bei der gut besuchten Vernissage begrüßte Bürgermeisterin Brigitte Netta die "kreative Frauenpower" und Musikkünstlerin Anna Späth steuerte eine ganz eigene und höchst harmonische musikalische Interpretation bei.

Auf selbstgebautem Mono- und Polychord, mit Klangschalen, Glaskugeln und Gartengehäcksel spann sie geschickt und lautmalerische den Faden zwischen experimenteller Musik und darstellender Kunst. "Ich nutze die Töne wie einen Farbkasten", erläutert sie. Und es gelingt ihr musikalisch wirklich sehr gut, die ungleichen Kunstobjekte in Einklang zu bringen.

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Die Ausstellung dauert bis zum Sonntag, 11. Oktober. Der Zugang zur Stadtgalerie erfolgt über das Stadtmuseum, das von Dienstag bis Freitag jeweils von 11 bis 16 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet ist.
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