Sommerfestival, der 2. Teil
Barfuß und mit schmeichelndem Gesang

Nach dem Sommerfestival-Auftakt am Dienstag legte das Stefanie-Boltz-Quartett am Donnerstag in der Stadtbibliothek nach. Bild: Hartl

Die Beleuchtung steht auf Rot, die Stimmung im Innenhof der Stadtbibliothek ist gut, der Auftritt des Stefanie-Boltz-Quartetts macht Laune. Nur das Wetter spielt kurzzeitig nicht so recht mit.

Von Marielouise Scharf

Amberg. Mit der gefühlvollen Eigenkomposition "Sunrise" eröffnete Stefanie Boltz das Programm. Barfüßig im "kleinen Schwarzen" stand sie am Mikrofon und erklärte, warum sie am späten Abend gerade diesen Song "Sonnenaufgang" gewählt hatte: "Es ist das garantierte Schönwetterlied." So 30 Minuten hat's gehalten, dann begann es zu tröpfeln. Ein Teil des Publikums verzog sich nach innen. Der größere Rest schützte sich mittels blitzschnell ausgeteilter pastellfarbener Plastikhüllen mit Kapuze.

"Ihr seht aber toll aus", charmierte Stefanie Boltz von der überdachten Bühne und legte noch mehr Gefühl in ihren jazzigen Schmeichelgesang. Ihre Musiker (Sven Faller/Bass, Paulo Morello/Gitarre, und Tilmann Herpichböhm/Schlagzeug) lieferten die nuancenreiche und dynamische Begleitung. Dabei durften sie auch solistisch zeigen, was sie drauf haben.

Das war eine ganze Menge, viel Rhythmus, technische Brillanz und sensibles Gespür zur musikalischen Interpretation von Text und Gesang. Den lieferte Stefanie Boltz. Eigenwillig und besonders trug sie vor aus ihrem Programm "Love, Lakes and Snakes". Der Sound hatte es in sich. Wie bei einer schwierigen Kletterpartie auf den "Molignon", einem Berg in Südtirol, der sie zu diesem gleichnamigen Heimatlied inspiriert hatte, startete sie die Besteigung mit voller Konzentration.

Je nach Geländelage variierte sie ihr vielseitiges Stimmenpotenzial: Von zart bis hart, von hingebungsvoll hauchend bis kraftvoll ausschreitend. So illustrierte sie fantasievoll Geschichten, die sie selbst komponierte, wie Honeybunny, oder auch solche, die aus der Feder von Sven Faller stammen: "Follow me home" oder "Take it all the way".

Mit absoluter Treffsicherheit und abgesichert durch ihre mitreißenden Musiker, kletterte sie durch bluesiges Musikgestein, nahm mit Leichtigkeit stimmliche Höhen und Tiefen und zauberte einen stimmungsvollen Sommerfestival-Abend. Das Publikum war bei ihr, fühlte und feierte mit. Dafür gab's zwei Zugaben.
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