Sommerfetival in Amberg
Jodelwahnsinn und Postkarten-Romantik

Nicht laut und doch kraftvoll, nicht angepasst und doch zeitgemäß, nicht aufgedreht und doch berührend - das ist das Singer-Songwriter-Duo Carolin No, das sich jedem Versuch widersetzt, eingeordnet zu werden. Bild: Wingenfeld

Für Kultur- und Open-Air-Fans ist das Amberger Sommerfestival längst ein Muss. Ein spritziges Programm haben die Veranstalter für die Sommertage von 26. Juli bis 11. August zusammengestellt.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder Besonderes aus Kabarett, Theater und Musik. Den Anfang macht Werner Koczwara mit seiner Justizsatire "Einer flog übers Ordnungsamt". Er taucht hinab in Rechtsphilosophie, kommentiert hochkomisch den Justizstandort Deutschland und stellt wichtige gesellschaftliche Fragen. Zu erwarten sind starke Pointen, kabarettistischer Tiefgang sowie eine Vielzahl an Dia-Schaubildern. (Dienstag, 26. Juli, 20.30 Uhr)

Stefanie Boltz erzählt gefühlvolle Geschichten, die unter die Haut gehen. Die Musik ist ebenso nuancenreich und dynamisch wie ihre Stimme: Von intim hauchend bis kraftvoll und bluesig anpackend, von seelenvoll schwebend bis cool groovend. Dieser Sound hat es in sich.

Ihr Solo-Debut "Love, Lakes And Snakes" ist ein atmosphärisches Kleinod aus sehr persönlichen Eigenkompositionen. Mit dabei: Sven Faller (Bass), Paulo Morello (Gitarre), Tilmann Herpichböhm (Schlagzeug). am Donnerstag, 28. Juli (20.30 Uhr).

Mit einer Mischung aus italienischer Musik und südamerikanischen Rhythmen setzt die Nürnberger Gruppe "NapoliLatina" Festivalakzente. Das Motto des Konzerts lautet: "Nord e sud, sud e nord" . Mit reichlich Ironie besingen NapoliLatina die Konflikte zwischen Nord- und Süditalien.

Sie wechseln am Dienstag, 2. August (20.30 Uhr) von mediterraner Postkarten-Romantik zu den Schattenseiten des südländischen Alltags, erzählen von politischen Missständen, von inneren Abgründen, Sehnsucht und Liebe.

"Die Zeit ist reif" behauptet der "Bairisch Diatonischer Jodelwahnsinn" und begibt sich mit ihrem Konzert schnurstracks auf den Pfad der anarchischen Volksmusik, vom Landler bis zum Rap, politisch, frech und aufmüpfig - bis de Haferlschua rauchen.

Das ist das bewährte Konzept von Petra Amasreiter, Otto Göttler und Josef Brustmann. Mit viel Schwung, und manchmal mit leiser Poesie, bringen sie das moderne bairisch-kritische Zeitgefühl am Donnerstag, 4. August (20.30 Uhr) auf die Bühne.

"Best of Greatest Hits" versprechen "Weiherer und die Dobrindts" . Der "langhaarige Liederbombenleger" Weiherer hat sich Verstärkung geholt mit Andreas Dombert an der Gitarre, Manfred Mildenberger am Schlagzeug, sowie Dominik Palmer und Andi Königsmann am Bass.

Gemeinsam bieten sie eine äußerst gelungene Mischung aus urbairischem Sprechgesang, schlagfertigen kabarettistischen Moderationen und mitreißender, abwechslungsreicher Musik - ein Gemisch aus eigensinnigen Texten in unverpantschtem Bairisch, dazu Volksmusik mit Spurenelementen von Czardas, Saupolka, Tango, Hyperjodler und Blues mit bewusstem Verzicht auf jegliche Silber- und Eisen-Zusätze (Dienstag, 9. August, 20.30 Uhr).

Die Abschlussveranstaltung gestaltet das Singer-Songwriter-Duo "Carolin No" , das sich jedem Versuch widersetzt, eingeordnet zu werden. Die beiden von der Fachpresse hochgelobten und mehrfach ausgezeichneten Musiker Carolin und Andreas Obieglo präsentieren sich auf ihrem neuen Album und auf ihrer bisher größten Tour thematisch, textlich und stilistisch ungebundener und vielfältiger denn je - und bleiben sich dennoch treu. Das Musiker-Ehepaar, das nach Stationen in Berlin und den USA heute fernab der Metropolen seine Songs schreibt, rockt am Donnerstag, 11. August (20.30 Uhr) nicht die Bühne, sondern es verzaubert sie.

"Viva España" lautet der Titel des Sonderkonzerts am Mittwoch, 10. August (20.30 Uhr). Igor Lichtmann, Gitarrist und Kulturförderpreisträger der Stadt Amberg, hat vor Kurzem seinen Master am Mozarteum in Salzburg abgeschlossen und wird ab September ein Diplom-Studium im Fachbereich Konzert an der Yale University in den USA aufnehmen.

Gemeinsam mit der Pianistin Jelena Lichtmann spielt er unter anderem das "concierto de aranjuez" von Joaquin Rodrigo. Es ist eine der populärsten und beliebtesten Gitarrenkompositionen und verbindet spanische Folklore mit Flamenco-Elementen. Im berühmten Adagio, mit seinem sehr bekannten, schönen Thema, verarbeitet Rodrigo persönliche Schicksalsschläge.

Karten in der Tourist-Information (Hallplatz 2) in Amberg, unter Telefon 09621/10233 oder E-Mail: tourismus@amberg.de

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Weitere Informationen:

www.amberg.de
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