Stadtbibliothek präsentiert Mord(s)geschichten mit Pfiff
Witzig und würzig

Arsen oder Hutnadel gefällig? Gemordet wird immer und überall, jedenfalls wenn man den Kurzkrimis glaubt, die Elisabeth Rass und Peter von Fontano für ihre kulinarischen Mord(s)geschichten ausgewählt haben. Es sind Episoden zwischen gutem Appetit und Bissen, die im Hals stecken bleiben ...

Krimis, süffig wie spritzige Erdbeerbowle oder samtiger Spätburgunder, Geschichten von dreisten Verbrechern und verwickelten Kriminalfällen, spannende Episoden kulinarisch aufgemotzt und schmackhaft serviert - das Schauspielerduo aus München bescherte dem Publikum in der Stadtbibliothek einen Abend der ganz besonderen Art: originell, witzig und würzig.

Kurzkrimis, die hinter spiegelnde Fassaden blicken, die vom dreisten Abfackeln über Familienfehden bis hin zum kaltblütigen Mord eines wehrlosen Ehemanns berichten. Was bitteschön lässt sich denn gegen verführerische Frauen und überbordende Frühjahrsgelüste sonst schon tun?

Hintergründig, satirisch, aber stets kriminell aktiv und immer mit einem leichten Augenzwinkern oder einer überraschenden Pointe warten Elisabeth Rass und Peter von Fontano mit Fällen von unterschiedlichsten Autoren auf. Gekonnt schlüpfen sie in die verschiedenen Rollen, lesen abwechselnd und enthüllen zu jedem Kriminalfall das passende Kochrezept. Übrigens darf auch mitgeraten werden, wer denn nun der Täter ist, der Bäcker oder der Sommelier? Auf jeden Fall ist der Mörder nicht immer der Gärtner ...

Die beiden sind ein erfahrenes Team. Elisabeth Rass ist in Paris geboren. Sie spielte in Salzburg, Hamburg, München, Bern und Bregenz, ist im Film und Fernsehen zu sehen und als Sprecherin von Hörbüchern bekannt. In Amberg präsentierte sie sich höchst professionell und konzentriert. Ihr Partner, Peter von Fontano, gebürtiger Österreicher, wirkte beim Leseabend etwas zerstreut. Er debütierte am Landestheater Linz, wirkte bei den Salzburger Festspielen mit, war an diversen Theatern engagiert und außerdem in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen.

Lustvoll und launig servieren die beiden Mord auf den Punkt und jede Menge kriminelle Bosheiten mitten aus dem Leben. Ein heiter-gruseliges Programm, das perfekt in die dunkle Jahreszeit passt, das meinte auch Bibliotheksleiterin Bettina Weisheit in ihrer Begrüßung. Ihr Team hatte wieder für die passende Atmosphäre gesorgt, Kerzen auf Tischchen verteilt und Stärkendes bereitgestellt. So ließ es sich leicht rätseln, warum Frauen wie Erdbeerbowle sind, ein weinseliger Kommissar den Supermarkt-Fall löst und "a Stich ins Herzerl" im Wiener Hurenviertel für Aufregung sorgt.
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