Stadtmuseum eröffnet neue Sonderausstellung zu Ambergs Braukultur
Ozapft is fürs Amberger Bier

Amberger Brauereikrüge und -flaschen aus allen Produktions- und Trinkzeiten dürfen nicht fehlen. Bild: Steinbacher
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
15.06.2016
207
0
 
Dieses Emailschild ist einer der Schätze, die auf Ambergs Brauereikultur hinweisen. Der Schieferl-Bräu existierte demnach um 1910-20. Bild: hfz

Tauchen wir ein ins Amberger Bier. Besser gesagt ins Stadtmuseum, wo es in einer neuen Sonderausstellung bis Anfang Dezember um den Gerstensaft und die hiesige Braukultur geht. Anstich, pardon, offizielle Eröffnung, ist am Sonntag, 19. Juni, um 11 Uhr.

Natürlich ist diese Schau im Zusammenhang mit dem 500. Jahrestag des bayerischen Reinheitsgebots entstanden. Diesem Anlass huldigt ja auch die Bayerische Landesausstellung in Kloster Aldersbach. Und fast möchte man sagen: Was die dort können, können wir auch! Denn die Sonderausstellung unter dem Titel "Prost, Amberger Bier" stellt die Bedeutung des flüssigen Goldes für unsere Region heraus.

1366 erste Braustätte


Schließlich ist die erste Braustätte in Amberg bereits für das Jahr 1366 nachgewiesen, wie eine Presseinformation aus dem Stadtmuseum hervorhebt. "Man kann Amberg also zu Recht als Bierstadt bezeichnen. Jeder Bürger hatte ursprünglich das Hausbraurecht", heißt es darin stolz. Demnach gab es aber auch zahlreiche kleinere und mittlere Brauereien: "Um 1900 waren es noch 28, bis in die 1970er-Jahre blieben zehn Brauereien, davon heute noch vier Familienbetriebe sowie die private Sudhang-Brauerei und der Schloderer-Bräu." Die Franziskaner, Jesuiten und Paulaner unterhielten laut Museum jeweils eigene Klosterbrauereien; zum braunen Bier kam ab 1617 das Weißbier-Privileg. Kurfürst Friedrich V. genehmigte die Gründung einer Weißbräugesellschaft.

Maßen, Humpen, Kannen


In einzelnen Sequenzen, Inszenierungen und an Medienstationen zeigt das Haus an der Zeughausstraße jede Art von Trinkgefäßen, vom Humpen zur Maß, aber auch Schenkkannen, Flaschen und Dosen. Hinzu kommen Werbemittel wie Etiketten, Filzl, Kronkorken und Biermarken. Eine umfangreiche Privatsammlung an Plakaten aus Email, Papier und Glas ergänzt dieses Feld.

Außerdem sollen wertvolle Exponate zur Amberger Bier- und Wirtschaftsgeschichte, Raritäten und Kuriositäten die Sammler begeistern. "Aus zahlreichen Privatsammlungen zusammengetragen, zeigen wir das Thema ,Die Krüge hoch', eine der bisher größten Präsentationen an Amberger Bier- und Wirtshauskrügen", verspricht das Stadtmuseum, das ferner auf den ebenfalls gezeigten Aspekt "Amberger Fertigung - Trinkgefäße aus Amberg" hinweist. Dazu gehören nach seiner Auskunft die Fayencekrüge des 18. und die Steingutkrüge des 19. Jahrhunderts sowie die umfangreiche Produktpalette von Porzellankrügen aus der Amberger Steingutfabrik. "Die Bierflaschen aus der Flaschenhütte, die Emailkrügerl der Firma Baumann, die Gläser von Rosenthal und die Weizengläser der Firma Nachtmann aus neuester Fabrikation kommen dazu", kündigt die Presseinfo an.


Die WirtshauskulturAuch der Amberger Wirtshausgeschichte ist in der Bier-Sonderausstellung des Stadtmuseums ein eigener Bereich gewidmet. Schließlich habe mancher in den Gaststätten "in Ermangelung anderer Freizeitbeschäftigungen oder auch von Fernsehen und Internet" viel Zeit verbracht. "Hier wurde gegessen, getrunken, geraucht, geschnupft und manchmal auch gerauft", zählt die Presseinfo launig auf, "Kartenspielen, Kegeln und Fingerhakeln ergänzten das Wirtshaus-Geschehen".

Nach jeder Führung durch die neue Schau wartet laut Mitteilung übrigens ein "Probierschluck echtes Amberger Bier" auf die Besucher. Zum Rahmenprogramm, das fünfte Element der Bayern auf unterhaltsame Weise kennenzulernen, gehört am Samstag, 23. Juli, ein Biergarten-Sommerfest mit Live-Musik im Museums-Innenhof.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.