Stadtmuseum rüstet zur Prechtl-Dauerausstellung mit innovativer Technik auf
Kleines Kino für großes Kunst-Kino

Im Hintergrund hängen einige von Prechtls berühmten Plakaten samt Entwurf im Original. Weil nicht alle 99 im Stadtmuseum aufgehängt werden können, sind sie künftig als Projektion auf einer Litfasssäule zu sehen. Reinhard Körting und Daniel Kraus (von links) von der Firma P. Medien richten derzeit per Computer das entsprechende Programm und das Auswahlpult dafür ein.
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
02.04.2016
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Amberg bekommt ein neues Kino. Wie, schon wieder eines? Nein, kein Multiplex mehr, sondern ein kleines schnuckeliges innerhalb des Stadtmuseums. Möglich macht diese Premiere in der Zeughausstraße die neue Dauerausstellung über Michael Mathias Prechtl, die am Sonntag, 17. April, offiziell eröffnet wird.

Sie glänzt nicht nur mit über 200 Originalwerken des großen Künstlers mit Amberger Wurzeln, sondern bringt auch einiges an innovativer Technik ins Haus. Das Mini-Kino im ersten Stock gehört dazu. Es liegt zentral inmitten der neuen 280 Quadratmeter großen Abteilung, in der Umbauarbeiten und Einrichtung nach über einem Jahr Dauer nun fast abgeschlossen sind. Im Wesentlichen sind es vor allem die technischen Gimmicks, die noch angepasst und zum Laufen gebracht werden müssen, berichtet Museumsleiterin Judith von Rauchbauer.

Während der Zuschauerraum im Kino zum Beispiel schon fertig ist, hat der etwa 15-minütige Film über Leben und Werk Prechtls, der künftig hier läuft, erst kürzlich seine eigens komponierte Musik erhalten. Auch zwei interaktive Bildschirm-Stationen müssen noch eingerichtet werden (zwei weitere folgen im Laufe des Jahres). Hier können Besucher Prechtls Porträt-Serie und die große Vielfalt seiner Plakate bewundern. Letztere werden passenderweise auf eine nachempfundene Litfasssäule projiziert. Diese elektronischen Möglichkeiten erweitern sozusagen die Ausstellung, erläutert die Museumschefin. Denn natürlich ist es nach ihren Worten nicht möglich, alle 99 größtenteils großformatigen Plakate im Original im begrenzten Raum im ersten Stock zu zeigen. Bei den Porträts ist es ähnlich. Hier hängen nur vier von insgesamt 50 Zeichnungen an der Wand, während daneben ein Bildschirm alle weiteren Motive zeigt und erläutert.

Außerdem wird der Besucher gleich am Eingang zur Schau von einem "sprechenden Selbstbildnis" des Künstlers empfangen: Die für diese Innovationen zuständige Münchner Firma P. Medien hat es mit Augenblinzeln und sich bewegenden Lippen zum Leben erweckt. So begrüßt das per Beamer an die Wand geworfene Bild die Gäste und sagt ihnen kurz und pfiffig formuliert, was sie erwartet.

Die technischen Gags und Möglichkeiten dienen aber nicht nur dem Selbstzweck, sie sollen das Stadtmuseum ein Stück weit moderner machen. Solche Angebote gehören heutzutage zu einem modernen Konzept, sagt von Rauchbauer.

Um hier mit anderen Häusern Schritt halten zu können und letztlich auch die Erwartungen eines jüngeren Publikums zu erfüllen, tätige die Stadt diese Investition. Sie kostet immerhin rund 50 000 Euro. Wenn man das mit den Schreinerarbeiten im Wert von etwa 70 000 Euro vergleicht, bekommt man laut Museumsleiterin einen Eindruck, welche Gewichtung dieses Thema mittlerweile hat. Aber sie freut sich natürlich, hier mit der für sich schon tollen Dauerausstellung auch noch diesen Fortschritt machen zu können.

So wird das Ganze eine runde Sache, die als deutschlandweit einmalige Prechtl-Schau dieser Größe sicher auch Besucher von weither anlockt.
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