Studiokonzert im Bühnenraum des Amberger Stadttheaters mit Klaus Jäckle und Wolfgang Auer - ...
Kosmos von Tönen und Stimmungen

Die beiden exzellenten Musiker Wolfgang Auer und Klaus Jäckle entführten mit Piccolo-, Quer-, Alt-Flöte und Gitarre sowie poetischen Texten zu kosmischen Abenteuern im "Schatten von Sternen". Bild: gf
Musik kann Gefühle erzeugen und Geschichten erzählen, die bis zu den "Schatten von Sternen" reichen. So lautete auch der Titel des Studiokonzerts mit Werken zeitgenössischer Komponisten. Das Konzert auf der Bühne des Amberger Stadttheaters zu später Stunde war schon eher etwas für Experimentierfreudige, Mutige und Neugierige.

Ausgezeichnete Musiker

Ganz ausverkauft war es deshalb wohl auch nicht, denn Zwölftonmusik von Stockhausen ist nun mal nicht jedermanns Geschmack. Aber mit Wolfgang Auer (Flöte) und Klaus Jäckle (Gitarre) waren am Donnerstagabend zwei ausgezeichnete junge Musiker nach Amberg gereist, die auf wirkungsvolle Klangarbeit setzten und in harmonischer Zwiesprache von Flöte und Gitarre die Weite des Universums im "Schatten von Sternen", dem Titelstück von Klemens Vereno, ausloteten.

Ein Höhepunkt, den die beiden dramaturgisch perfekt an den Schluss des Abends setzten. Begonnen hatten sie die kosmische Sternensuche mit Werner Heiders "Seligkeiten", einem fünfsätzigen Werk, das Bezug nehme auf die "Walzerseligkeit", wie sie in ihrer Moderation erläuterten. Eine ganz feine Gegenüberstellung waren die kurzen Sternkreis-Charakterzeichnungen von "Wassermann" und "Stier" - einmal in der Version von Karlheinz Stockhausen (Tierkreiszeichen) und dann die Komposition des estnischen Musikers Urmas Sisask (Neuer Tierkreis). Spannend, wie ganz unterschiedlich sich die beiden Komponisten der kosmischen Unendlichkeit und den Astro-Symbolen näherten. Brillant, wie die beiden Solisten Höhen und Tiefen ausreizten, wie sie alles Mögliche und auch Unmögliche aus ihren Instrumenten herauslockten und die volle Bandbreite nützten. Zum Erlebnis besonderer Art wurden auch die beiden Solostücke: einmal Gitarrist Klaus Jäckle, der "Motus" und "Evocatio" von René Eespere (Estland) interpretierte, und Wolfgang Auer stellte "Flame" von Adam Vilagi vor, ein Stück, das ihm der in Finnland lebende Komponist widmete.

Musikalische Morsezeichen

Ein Kosmos von Tönen und Stimmungen tat sich auf. Die Flöte von Wolfgang Auer jubilierte und litt, sendete grelles Quietschen und gehauchtes Vibrato ins All. Klaus Jäckle konterte mit musikalischen Morsezeichen auf der Gitarre. Harfenartige Akkorde schickte er in den Himmel. Er fing den meditativen Herzschlag ferner Galaxien ein, ließ federleichte Akkorde durchs All schwingen, bis er schließlich wieder auf feurig-spanischen Schallwellen landete.

"Das war ein Abenteuer. Es gab keinen Anfang und kein Ende", so beeindruckt resümierte ein Besucher am Ende des Studiokonzerts, das mit viel anerkennendem Beifall honoriert wurde.
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