Studiokonzert im Stadttheater bringt zwei Welten zusammen
So funktioniert Musik mit Film

"Wanted: Hanns Eisler!" ist ein suggestives Meisterwerk der Synergie und zugleich Angebot der Künstler an den Zuschauer, mit allen Sensoren im Supermarkt sinnlicher, intuitiver und assoziativer Wahrnehmung zuzugreifen. Bild: Das Kapital

Musik ist nichts anderes als in Klang gegossene, bewegte Bilder. Und Film ist im besten Sinne Musik zum Anschauen. Umso erstaunlicher ist es, dass umgekehrt Musik mit Film so selten funktioniert. Dass diese Kombination trotzdem gut gelingen kann, wollen die deutsch-dänisch-französische Formation "Das Kapital" und Manic Cinema mit ihrem Projekt "Wanted: Hanns Eisler!" zeigen. Bei einem Studiokonzert am Donnerstag, 14. April, um 20.30 Uhr im Bühnenraum des Stadttheaters.

Saxofonist Daniel Erdmann, Gitarrist Hasse Poulsen und Drummer Edward Perraud erzählen mit ihren Eisler-Interpretationen auf den beiden CDs "Ballades and Barricades" und "Conflicts and Conclusions" ihren eigenen Klangfilm. Es ist die Vertonfilmung eines packenden Gesellschaftsromans, der in den dreißiger Jahren beginnt und nach der Jahrtausendwende endet. Die Band liefert keine Anleitung, wie dieser Film zu sehen und verstehen ist, heißt es in der Presseankündigung, jeder Hörer soll seine eigenen Übersetzungen finden. Doch man müsse sich im Oeuvre Eislers auch nicht auskennen, um von der Wucht, der Poesie, dem Kampfgeist und der Renitenz dieser Musik berührt zu werden.

Die Zusammenarbeit mit dem Film-Team Manic Cinema verleiht dem Projekt eine weitere Dimension, durch die Eislers Kompositionen noch intensiver und direkter in die Gegenwart gebeamt werden. Manic Cinema steht seit 2006 für die Kollaboration der Filmemacher Martin Otter und Nicolas Humbert. Letzterer ist ein Altmeister des assoziativen Musikfilms. Mit seinem Fred-Frith-Porträt "Step across the Border" setzte er 1989 Maßstäbe für die Visualisierung von Sound. Seither hat er in zahlreichen Filmen, unter anderem "Middle of the Moment" und "Brother Yusef", immer wieder neue Verabredungen zwischen Sound und bewegtem Bild gefunden. Martin Otter ist ein Meister der filmischen Andeutung, der Überhöhung des Banalen und der Poesie des Flüchtigen.

Humbert und Otter schaffen gemeinsam eine Vier-Augen-Perspektive, die mit der Faszination des improvisierten Details, der optischen Täuschung und der medialen Verfremdung arbeitet. Karten zum Preis von 17 Euro sind in der Tourist-Info, Hallplatz 2 (10-233), oder per Mail (tourismus@amberg.de) sowie an der Abendkasse erhältlich.
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