"Stunde der Musik" der Knappschaftskapelle
Star Wars trifft Aschenbrödel

Mit Richard Wagner fängt die "Stunde der Musik" an, mit Frank Sinatra hört sie auf. Thomas Prechtl und seine 80 Musiker der Knappschaftskapelle verbinden Tradition, Klassik und Walzer, Marsch, Filmmusik und Rock-Mix.

Von Marielouise Scharf

Amberg. Mit Tempo und Temperament lieferten das große Orchester und der Nachwuchs (Leitung Lisa-Marie Holzschuh) am Sonntagabend im Kongresszentrum mit 14 attraktiven Programmtiteln ein abwechslungsreiches, anspruchsvolles und anregendes Konzert, das vom Publikum stürmisch beklatscht wurde. Souverän, locker und informativ steuerte Dr. Jürgen Krieg die passenden Überleitungen dazu bei.

So wusste er zu berichten, dass Tannhäuser der heidnischen Liebesgöttin Venus verfallen war, schließlich aber doch zu Elisabeth zurückkehren wollte. Und am Ende waren alle tot. Dieses dramatische Geschehen greift Wagner auf, übersetzt es in Opernmusik und die Knappschaftskapelle eröffnet mit dem "Pilgerchoral" (aus "Tannhäuser") und dem "Einzug der Gäste auf der Wartburg" würde- und weihevoll das Frühjahrskonzert.

Auch schön anzusehen


Der Anblick der Knappen mit ihren Federbuschen, den goldenen Tressen auf schwarzer Jacke, den glänzenden Instrumenten und den strahlenden Gesichtern, das alles machte schon großen Eindruck. Wenn sie dann noch die musikalischen Hunde von der Leine lassen und mit "Hounds of Spring" Farbe bekennen, dann möchte man im bayerischen Dialekt fast sagen "Hund sans scho".

Nicht nur Marsch und Walzer, auch Musical, Filmmelodien und Originalmusik für Blasorchester beherrschen sie souverän. Selbst sehr schwierige Kompositionen, wie "Armenian Dances", ein Klassiker der sinfonischen Blasmusik und ein Meisterwerk von Alfred Reed, servieren sie mutig ausgefeilt, präzise interpretiert und technisch tadellos.

Doch mit Höhepunkten geizen Thomas Prechtl und sein Orchester nicht. Sie entführen nach der Pause in ferne Welten (Star Wars von John Towner Williams) und märchenhafte Gefilde (Drei Nüsse für Aschenbrödel von Karel Svoboda, Dirigat: Lisa-Marie Holzschuh). Daumen hoch für diese wirklich hörenswerten Interpretationen. Die Motive sind einmal romantisch süß, dann wieder kriegerisch monumental - immer fein ausgefeilt, die Stimmungen sensibel herausgelockt, die Wucht der Komposition kräftig unterstrichen.

Lupenreine Amateure


Eine Herausforderung für die Musiker, die ja alle lupenreine Amateure sind. Eine Superleistung, mit der sie sich auch schnell in die Herzen der Zuhörer schmeichelten. Junge und erfahrene Spieler demonstrierten allesamt Witz und Bravour. Das Dirigat von Thomas Prechtl setzte Akzente, führte mit Schwung und Temperament zu hoher Leistung.

Nachwuchs glänzt


Ein Musikerlebnis anderer Art, aber ebenfalls begeisternd und mitreißend, bescherte das Nachwuchsorchester. Nach der Pause legten unter der Leitung von Lisa-Marie Holzschuh die Jungen los, verstärkt durch Nachwuchstalente vom Musikverein Undorf. Frisch und munter, doch konzentriert und mit Engagement, entführten sie nach "Funkytown" und zu den "Pirates of the Caribbean". Das gesamte Konzert plus Zugabe war meisterlich und mit viel Hingabe gespielt, je nach Stimmung ausgelotet und immer mit passender Farbe und Fantasie verziert.

Das beherrschen die Knappen, das liegt ihnen und ihrem musikalischen Leiter. Das Publikum ließ sich im Kongresszentrum gerne mit dieser "Stunde der Musik" verwöhnen.
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