Urban Priol tritt mit neuem Programm im Amberger Congress Centrum auf
Demnächst "Jetzt" in Amberg

Kabarettist Urban Priol lebt im Hier und Jetzt. Doch wie schnell wird daraus "Schnee von gestern"? Dieser Frage stellt er sich am Samstag, 12. November, im Amberger Congress-Centrum. Bild: Axel Hess

Urban Priol klingt entspannt - obwohl sein Tourplan eng gebaut ist. Am 15. September startete "Jetzt", das aktuelle Bühnenprogramm, seitdem geht es pausenlos durch die Lande. Am Samstag, 12. November, gastiert der bekannte Kabarettist aus Obernburg am Main damit in Amberg.

Nach seinem Auftritt 2013 in Weiden ist diesmal die Vilsstadt an der Reihe. Im ACC heißt es um 20 Uhr: "Jetzt". Unsere Zeitung sprach bereits im Vorfeld mit Urban Priol über seine Arbeit, sein aktuelles Programm und seine Sicht der Dinge.

Was erwartet die Oberpfälzer, wenn sie zu "Jetzt" ins Amberger Congress-Centrum kommen?

Urban Priol: Das "Jetzt" muss ja immer noch aktueller sein. Die Geschehnisse überschlagen sich, ich schlage mich mit dem alltäglichen, großen Politgeschehen, dem alltäglichen Wahnsinn herum. Und versuche mich an einem permanenten Update. Was nicht einfach ist, das Update ist schnell wieder vorbei.

Was macht das mit Ihrem Programm?

Man kennt ja die Weisheit, nichts ist älter als die Meldung von heute. Aber die Meldungen werden nicht wirklich alt, sie scheinen sich zu wiederholen, werden immer wieder neu aktuell. Zu den Themen von heute kommen die von morgen, von denen man heute noch nichts ahnt. Man kommt kaum mehr mit, man wird von den Meldungen überholt. Manchmal erkenne ich mein Programm am Abend selbst nicht wieder. Ich versuche auf der Bühne ein tägliches Update des globalen Irrsinns. Themen gibt es zu Hauf - Europa, Russland, VW, islamischer Staat, Flüchtlinge. Ich kann aus dem Vollen schöpfen.

Printmedien oder digitale Medien? Wie informieren Sie sich?

Der Mix macht's. Ich beginne den Tag analog, höre das Morgenmagazin. Dann hole ich mir am Kiosk fünf Zeitungen, die ich quer lese. "TAZ" und "Bild" gehören schon wegen des Kontrastes dazu, hinzu kommen Regionalzeitungen, und auch die "Bunte" und der "Stern". Später am Tag geht es ins Internet, dort wühle ich mich durch die aktuellen Meldungen. Und ich quäle mich durch Meinungsforen. Es ist die Höchststrafe, die Einträge zu lesen. Ich genieße die freien Tage, wenn ich nichts lesen und geballt hören muss. Wichtig ist es, den Leuten zuzuhören.

Wer liefert Ihnen diesmal die Themen, was regt sie jetzt oder fortwährend auf?

Die Dummheit vieler Politikgrößen und Meinungsäußerer regt mich maßlos auf. Die Menschen werden manipuliert, immerzu werden Halbwahrheiten und Verschwörungstheorien verkündet. Das Bild, das die CSU in der Flüchtlingsdiskussion abliefert, bringt mich auf die Palme. Es gab dort auch mal Politiker, die ich schätzte. Einer von ihnen ist Thomas Goppel, den ich als gebildet und humanistisch kennen gelernt habe. Jetzt frage ich mich, was Politiker seines Kalibers zur Art des Umgangs seiner Kollegen mit Flüchtlingen sagen? Ich wünsche mir, dass solche Leute öfter den Mund aufmachen. Ich will Politiker, die ihre Arbeit ernst nehmen, nicht nur herumsitzen, um sich Altersbezüge zu sichern.

Sie sagen, dass Sie Politiker schätzen, die ihre Arbeit ernst nehmen. Fällt Ihnen da aktuell jemand ein?

Ein paar wenige vielleicht. Aber da muss ich schon sehr lange überlegen. Manchmal überraschen mich unangepasste Köpfe. Ich würde mir wünschen, dass die sich nach vorne beamen, mehr Präsenz bekämen, mehr Einfluss nehmen könnten. Leider machen meist diejenigen Politiker den Mund am weitesten auf, die für mich nur schwer erträglich sind.

Viele Fernsehzuschauer vermissen Sie in der Anstalt. Können sie sich auf etwas Neues freuen?

Wir denken tatsächlich über Neues nach. Es wird in absehbarer Zeit etwas im Fernsehen geben. Bald mache ich mich daran, "Tilt - Der Jahresrückblick 2016" zu schreiben. Am 7. Dezember blicke ich im Hofgarten in Aschaffenburg mit "Tilt" zurück. Und im Frühjahr bereite ich eine neue Tour vor.

Wenn man Sie hört - ob in aktuellen Programmen oder bei Tilt, - hat man den Eindruck, dass Sie 24 Stunden am Tag Nachrichtensender hören und Zeitungen lesen.

Nein, das hielte ja niemand aus. Ich höre viel und gerne Musik. Egal welche Richtung, ich höre querbeet fast alles. Und ich gehe gerne ins Kino. Das entspannt und hat nichts mit dem sich überholenden Jetzt zu tun.

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Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon: 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0 und unter www.nt-ticket.de
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