Volker Fischer präsentiert Ausstellung "Schweben" im Luftmuseum Amberg
Das eindeutig Uneindeutige

Nahezu schwerelos: Das Luftmuseum präsentiert die Ausstellung "Schweben" mit Werken unterschiedlichster Künstler. Bild: peg

Kunst ist manchmal ein bisschen wie Fußball: Der Star muss nicht der Einzelkönner sein. Im Mittelpunkt des Publikumsinteresses kann auch die Mannschaft stehen. So ist es auch bei der Ausstellung "Schweben", die Volker Fischer präsentiert.

Die Ausstellung "Schweben", wurde aus einem Jubiläum geboren. Zum zehnten Geburtstag des Luftmuseums ist sie noch bis Sonntag, 11. September, zu besichtigen. Nicht die Arbeit eines einzelnen Künstlergenies soll hervorgehoben werden. Vielmehr besteht die Attraktion dieser Ausstellung darin, dass das Gesamtkonzept aller Künstler der Ausstellung ihr künstlerisches Gesicht verleiht. Verantwortlich dafür zeichnet als Kurator Volker Fischer, Jahrgang 1951, der in Frankfurt am Main lebt. Dort betreut er die Design-Abteilung des Museums für Angewandte Kunst und lehrt als Professor an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach.

Bunte Enzyklopädie


Ihm ist es im Luftmuseum in Amberg gelungen, den Begriff "Schweben" als Wortfeld zu definieren - und dabei ebenso umfang- wie ideenreich zu beackern und mit künstlerischen Positionen zu belegen, so dass der Besucher glaubt, er bewege sich im Parforce-Tempo durch eine bilderreiche Enzyklopädie.

Ausgangs- und Endpunkt jedes Schwebens ist das hier auf Erden gültige Gesetz der Schwerkraft, das in etwa besagt, dass alles, was abhebt, auch irgendwann wieder herunterfallen wird. Das entscheidende Wort ist das "irgendwann" - weshalb sich eine Phase des "Zwischendrin" ergibt. Diese wiederum kann zweierlei sein, kann bedeuten, dass etwas "fliegt" oder dass es "schwebt". Während fürs Fliegen aber eine Kraft notwendig ist, die von außen via Muskel oder Motor einwirkt, so erfolgt das Schweben ohne fremdes Zutun und ist, trotz aller Unmöglichkeit und Paradoxie, doch von jedermann beobachtbar.

Pusteblumen und Quanten


Und genau hier - in jener Zone zwischen Naturwissenschaft und Übersinnlichkeit - wird es für den Kurator reizvoll. Volker Fischer dekliniert gewissermaßen das gesamte Alphabet durch, von Ahornsamen bis Zeppelinen, von Blasen bis Yogis und von Cloud Cities bis X-Rays. Dazwischen sehen die Besucher Luftkissenboote, Magnetschwebebahnen, Nebel, Okkultismus, Pusteblumen, Quanten, Raumschiffe und Schwebeteilchen.

Damit führt Kurator Volker Fischer den Gästen im Luftmuseum ganz nebenbei vor Augen, dass es mehr schwebende Dinge gibt zwischen Himmel und Erde, als sich unsere Schulweisheit erträumen lässt.

Fischer trifft LuftnachtKurator Volker Fischer gastiert am Donnerstag, 8. September (19.30 Uhr), im Luftmuseum mit seinem Vortrag "Schweben - Zwischen Illusion und Präzision, Transzendenz und Transparenz". Der Eintritt ist zur Veranstaltung frei. Bereits einen Tag später, am Freitag, 9. September (19 bis 23 Uhr), findet die Luftnacht in der Amberger Innenstadt statt. (peg)

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Weitere Informationen:

www.luftmuseum.de
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