Vorsitzende des Tierschutzvereins Sabine Falk im Interview
"Die Tiere sind unsere Chefs"

Wann immer es ihr Beruf als Gerichtsvollzieherin zulässt, kümmert sich Sabine Falk um Tiere. Um dieses Meerschweinchen zum Beispiel oder um die Katzen, die bei ihr in Ammerthal leben. Bild: Kosarew
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
24.03.2015
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Wer Sabine Falk besucht, darf keine Katzenallergie haben. Während die neue Vorsitzende des Tierschutzvereins ihr erstes großes Interview gibt, wuseln Mickesch, Sarah, Strümpfi und Elly durch das Haus in Ammerthal. Schnell wird im Gespräch klar: In der Freizeit der 43-jährigen Gerichtsvollzieherin dreht sich alles um Tiere.

Amberg. (tk) Drei Jahre lang war Sabine Falk als Schriftführerin im Vorstand des Tierschutzvereins aktiv. Als sich um Tierärztin Elisabeth Hötter eine Gruppe formierte, die nach dem Rücktritt des Vorsitzenden Theo Schmaußer die Amtsgeschäfte übernehmen wollte, stellten einige Mitglieder ihre eigene Liste auf. An der Spitze: Sabine Falk, die sich am Donnerstagabend mit 111:98 Stimmen gegen ihren Kontrahenten Joachim Siegert durchsetzte (wir berichteten). Im Interview spricht die 43-Jährige über die turbulente Vergangenheit des Vereins und wagt einen Ausblick auf das nächste Großprojekt - den Neu- und Umbau der Hunde-Trakte.

Frau Falk, eine Frage blieb bei der Hauptversammlung im ACC unbeantwortet: Warum ist Vorsitzender Theo Schmaußer am 8. Oktober vergangenen Jahres zurückgetreten?

Sabine Falk: Das ist schon etwas her. Es ist vorbei. Das Kapitel ist abgeschlossen. Herr Schmaußer hat sich zu diesem Schritt entschieden.

Er hat von Unstimmigkeiten im Vorstand gesprochen.

Falk: Unstimmigkeiten ist ein sehr dehnbarer Begriff. Für uns ist die Geschichte wie gesagt abgeschlossen. Wir richten den Blick jetzt nur noch nach vorne.

Offen blieb auch, warum die Gewerbebau vom außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch gemacht hat. Die Zusammenarbeit mit dem Tierschutzverein ist bei der Bauleitung beendet.

Falk: Der Bau der Katzenquarantäne ist abgeschlossen, der Neubau beziehungsweise die Sanierung der viel zu engen Hunde-Trakte noch nicht terminiert. Wenn wir so weit sind, setzen wir uns auf jeden Fall wieder mit der Gewerbebau zusammen.

Apropos Hundeboxen: Wie weit sind die Planungen?

Falk: Es gab am Montag dieser Woche ein Gespräch mit einem Architekten. Es läuft auf eine Kombination von Neubau und Sanierung hinaus.

Auf dem Baukonto liegen laut der ehemaligen Schatzmeisterin Burg-linde Dausch 14 000 Euro. Wie viel Geld braucht der Verein noch?

Falk: Das kann man so noch nicht sagen. Ich fürchte, dass es bei der Teilsanierung nicht unter 30 000 Euro ausgeht. Und dann käme ja noch ein Neubau dazu.

Wie wollen Sie es schaffen, in einem offenbar zerstrittenen Verein wieder zur Tagesordnung überzugehen, bei der die Tiere im Mittelpunkt stehen - und nur die Tiere?

Falk (lacht): Die Tiere sind unsere Chefs und wir machen, was die Chefs von uns erwarten.

Sie sagen "uns" und meinen Ihr Team. Wie sind die Aufgaben verteilt? Eine Frau allein kann das nicht alles schaffen.

Falk: Wir haben ein Spitzenteam im Tierheim und mit Monika Pirzer-Doleschal eine sehr gute Tierheimleiterin. Wer sich davon überzeugen will, kann gerne mal rauskommen und den jetzigen Zustand mit dem aus der Vergangenheit vergleichen. Wir werden alle unsere Kraft für den Tierschutzverein einsetzen. Die Mitglieder und Unterstützer sollen in Zukunft die Gewissheit spüren, dass sie die richtige Wahl getroffen haben.

Wer hat eigentlich die Wahlwerbung im Vorfeld der Hauptversammlung gezahlt? Grafiker, Druck und Porto inklusive. Der Verein?

Falk: Auf keinen Fall. Der Verein hat dafür kein Geld. Und wenn, hätten wir das nie in Anspruch genommen. Wir haben das selbst bezahlt.

Wer ist wir?

Falk: Unsere neue Schatzmeisterin Heike Übler, meine Gerichtsvollzieher-Kollegin Stilla Messer und ich.

(Angemerkt/Nachgefragt)
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