Weihnachtskonzert "The Special Night(s) before Christmas"
Rockig und jazzig in die Feiertage

Die Künstler der "Special Night before Christmas" beweisen, dass es vor Weihnachten nicht immer besinnlich und staad zugehen muss. Bild: Huber
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
28.12.2015
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Adventszeit ist die besinnliche Zeit? Das muss nicht unbedingt immer stimmen, Weihnachten bedeutet häufig vor allem Trubel. Für den musikalischen Stressabbau sorgen da die Musiker bei der "Special Night before Christmas".

Die staaden Weisen kann man getrost vergessen, wenn im Amberger Stadttheater wieder einmal "The Special Night(s) before Christmas" angesagt sind. Dann geht es "stimmungsvoll, rockig, jazzig und mit viel Spaß" zur Sache, wie es eine begeistere Besucherin am Montagabend nach dem Konzert zusammenfasst. Das Sänger-Trio Lisa Wahlandt, Steffi Denk und Markus Engelstädter gibt den Puls vor und die gut gelaunte Band wie auch die attraktiven "The Divettes" ticken im gleichen Takt mit.

Ihre Interpretationen haben eigenständigen Charakter, der Vortrag ist bis ins Detail präzise und das Ergebnis: Eine hervorragende Show, die unter die Haut geht und mitreißt. So entstehen Spannung, Spaß und gut Laune. Es heißt ja auch frohe und fröhliche Weihnachten, und das haben die Macher der "Special Night" verinnerlicht. Mit Temperament und flotten Texten verbreiten sie gute Laune mit Songs wie "Mr. Santa".

Der ursprüngliche Titel der Original-Band "The Chordettes" lautete eigentlich "Mr. Sandman". Aber der Sandmann wird zum Heiligen umfunktioniert, der viele Spielsachen bringen soll, und Steffi Denk, die frech-fröhliche Rockröhre, kreiert die weihnachtliche Version eben einmal anders. Im grünschwarzen Samtkleid lispelt sie die Moderation und hat schnell die Lacher auf ihrer Seite, wie auch die tollen "Divettes" in ihren schicken, roten Kleidern.

Festlich und glitzernd


"Grün und rot, das sind doch die Farben der Weihnacht", so ihre augenzwinkernde Erklärung. Mit ihrer Schlagfertigkeit und ihrem Witz mobilisiert sie Fans aller Altersgruppen und aus jeder Himmelsrichtung zu spontanen Lach-Ausbrüchen. Und singen kann sie ja wirklich auch hervorragend!

Festlich im Glitzersmoking der Auftritt von Markus Engelstädter. Die Haare steil nach oben gegelt, bringt er sein Frankie-Goes-to-Hollywood-Lied "The Power of Love" üppig mit Synthiestreicher-Klängen unterfüttert. Nicht nur mit der Kraft der Liebe, sondern mehr mit der Kraft der Stimme und mit hingebungsvollem Ausdruck löst er einen wahren Beifallsorkan aus. Soulig, bluesig und sehr individuell kreiert er die Lieder.

Die "Ahs" und Ohs" aus den Reihen der begeistert mitswingenden Zuhörer bleiben da nicht aus. Auch die tief dekolletierte Lisa Wahlandt in eleganter Abendrobe entlockt mit ihrer weichen, warmen und sehr flexiblen Stimme solche Ausrufe der Begeisterung. Das sehr spezielle "Vom Himmel hoch", das sie gemeinsam mit Uli Zrenner-Wolkenstein (Bass) präsentiert, verzaubert das Publikum, wie auch ihre Version von Cyndi Laupers "December Child".

Dass die Top-Instrumentalisten selbst einen Riesenspaß an ihrem Spiel hatten, das sah und hörte man: Andreas Blüml (Gitarre), Gerwin Eisenhauer (Drums), Dominik Glöbl (Trompete) Martin Jungmayer (Saxophon), Bernd Meyer (Piano) und Uli Zrenner-Wolkenstein (Bass). Alle steckten sie artig in dunklen Jacketts mit Hemd und Hose. Weniger brav, aber immer bunt und passend zum jeweiligen Stück dann ihre Interpretation: Im Zentrum der Drumer, der mit virtuoser Kraft und spritzigem Temperament seine Besen einsetzt.

Perfekte Stimmung


Softig, soulig die Trompeten- und Saxofon-Soli, gefühlvoll und fantastisch akrobatisch die Gitarrengriffe, standfest geerdet und einsatzfreudig der Bass und mal melancholisch, mal voll überschäumender Freude die markanten Tastenspielereien am Flügel.

Und gemeinsam stimmen die drei mit den Backgroundsängerinnen dann am Schluss des gelungen Konzerts ein in den Song von Marvin Gaye. "Ain't No Mountain High Enough": Kein Berg ist hoch genug, kein Tal ist tief genug, kein Fluss ist breit genug, um mich daran zu hindern, zu dir zu kommen. Super aufgekratzte Stimmung bei diesem Superabend.
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